Hydrologie
Pegelmessnetz, mengenmäßige Überwachung
In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit 233 gewässerkundliche Landespegel betrieben, davon 141 Pegel an Fließgewässern, 87 an Standgewässern sowie 5 Pegel in Küstengewässern der Ostsee. Alle gewässerkundlichen Pegel werden grundsätzlich entsprechend der Pegelvorschrift betrieben.
Auf der Lysimeteranlage in Groß Lüsewitz werden die Wasserhaushaltselemente Niederschlag, Bodenwasservorratsänderung und Durchsickerung gemessen. Daraus wird die reale Verdunstung berechnet. Beschaffenheitsparameter werden ebenfalls ermittelt (ab 1997). Zur Verfügung stehen 6 Einzellysimeter von je 1 m² Oberfläche und 2,50 m Tiefe. Die Lysimeter werden mit wechselnden landwirtschaftlichen Kulturen bepflanzt. Phänologische Beobachtungen werden dokumentiert.
Hochwasser
Hochwasser sind natürliche Ereignisse in den Gewässern, sie treten mehr oder weniger regelmäßig in unterschiedlicher Stärke auf und können nicht vermieden werden. Auslöser dafür sind in den Binnengewässern zumeist starke bzw. sehr lang andauernde Niederschläge oder das rasche Abtauen einer entsprechend hohen Schneedecke. Treffen beide Faktoren zeitlich zusammen, können besonders schwere Hochwasser entstehen. An der Ostseeküste mit den Bodden- und Haffgewässern sind eine entsprechende Ausdehnung, Ausrichtung, Dauer und Stärke von Windfeldern über der Ostsee die wichtigsten Komponenten bei der Entstehung von Hochwassern (Sturmfluten).
Abgesehen von der Besonderheit der Ostseehochwasser befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern an und für sich nur wenige typische Hochwasserentstehungsgebiete mit potenziell starker Abflussbildung- und -konzentration. Aufgrund der Lage im nordostdeutschen Flachland fehlen hierzu ganz einfach gefällestarke Einzugsgebiete wie sie beispielsweise in den Mittelgebirgslandschaften Deutschlands vorkommen. Das bedeutet jedoch nicht, dass nicht überall in MV auch Hochwasser entstehen und ggf. Schäden anrichten können.
Wegen der zumeist geringen Fließgefälle und teilweisem Rückstau von der Ostsee (z.B. in der Peene und Recknitz) laufen die Hochwasser in den Fließgewässern, zumindest in den Unterläufen, relativ langsam ab und werden manchmal noch zusätzlich durch Seeretention abgemildert. Von den zwei Schadenswirkungen, die von Hochwassern ausgehen, dem Wasserstand (Überflutung) und dem Durchfluss (dynamische Energie), dominiert in den Fließgewässern weitgehend die erstgenannte Wirkung.











