Pressemitteilung 09/26
1,5 Milliarden Jahre Mecklenburg-Vorpommern – geologische Rohstoffe und Ressourcen im Nordosten Deutschlands
Sternberg. Am Samstag, dem 20. Juni 2026 ist die Geologische Landessammlung in Sternberg für Besucherinnen und Besucher geöffnet. An diesem „Tag der Offenen Tür“ informieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) zwischen 10 und 16 Uhr über die geologische Entwicklung und nutzbare Untergrundpotenziale des Landes.
Eintausend Jahre, Hunderttausend Jahre, eine Millionen Jahre, Hundertmillionen Jahre – solche langen Zeiträume sind für Nichtgeologen schwer zu überblicken, aber zum Verständnis sich langfristig ändernder Lebens- und Umweltbedingungen erforderlich. Wer weiß schon, dass sich die Landesteile Mecklenburg und Vorpommern zunächst auf zwei unterschiedlichen Krustenplatten entwickelt haben, welche erst vor ca. 420 Millionen Jahren bei der kaledonischen Gebirgsbildung zusammengeschweißt wurden? Aber auch danach beeinflussten die unterschiedlichen Krustenstrukturen geologische Prozesse, wie die Ausprägung und Intensität vulkanischer Aktivitäten vor etwa 300 Millionen Jahren oder die Abgrenzung von Ablagerungsräumen mariner Sedimente im Jura.
Letztlich sind diese geologischen Zeiträume Voraussetzung für die langandauernde Bildung von Sand- und Kieslagerstätten, für die Entwicklung geothermisch nutzbarer Reservoire sowie für eine natürliche Anreicherung begehrter Rohstoffe wie Lithium, Helium oder Wasserstoff in Tiefenwässern. Geologen können mit ihrem Wissen über die Schichtenfolgen und Strukturen des tieferen Untergrundes Auskunft zu tief unter der Erdoberfläche verborgenen Nutzungsmöglichkeiten geben und Fragen zu gesellschaftlich aktuellen Themen, wie die klimaneutrale Wärmeversorgung mittels Geothermie oder die Gewinnung von kritischen Rohstoffen aus Thermalsolen beantworten.
In der Geologischen Landessammlung können Besucherinnen und Besucher die vielfältigen Gesteinsschichten unseres Bundeslandes anschauen, anfassen und „begreifen“. Tausende, mit Kernmaterial aus Tiefbohrungen gefüllte Kisten, ermöglichen Einblicke in hunderte Jahrmillionen wechselvoller Erdgeschichte und zeigen geologisch bedingte Veränderungen von Lebensräumen und des Klimas auf. Bei einem Besuch der Landessammlung in Sternberg sind aber nicht nur Gesteinsproben aus Bohrungen zu sehen, sondern auch eiszeitliche Geschiebe mit Versteinerungen aus Skandinavien und dem Baltikum zu bewundern. Eigene Fundstücke mit Fossilien können zur fachkundigen Bestimmung durch Geologen und Paläontologen mitgebracht werden. Weitere Informationen zur Veranstaltung sind auf der LUNG Webseite abrufbar: Tag der Offenen Tür in der Geologischen Landessammlung.
| Bezeichnung | Format | Größe |
|---|---|---|
| Pressemitteilung 09/26 | 0,15 MB |







