Pressemitteilung 06/25

Eugen Geinitz und seine Verdienste für die systematische geologische Erkundung Mecklenburgs

Sonderausstellung am 21. Juni in Sternberg

Sternberg. Am Samstag, dem 21. Juni 2025, ist die Geologische Landessammlung in Sternberg für Besucher:innen geöffnet. An diesem „Tag der Offenen Tür“ informieren Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) zwischen 10 und 16 Uhr über Anfänge und Ergebnisse von etwa 150 Jahren geologischer Forschung und Erkundung in Mecklenburg-Vorpommern.

Als 1878 der junge sächsische Geologe Eugen Geinitz den Ruf als Professor für Mineralogie und Geologie nach Rostock erhielt, ahnte noch niemand, wie erfolgreich sein wissenschaftliches Wirken in Mecklenburg sowie angrenzenden Gebieten auf dem Gebiet der Eiszeitforschung sein würde.

Bereits frühzeitig erkannte er auch den Wert von Brunnenbohrungen zur Gewinnung von fundierten Informationen über die Verbreitung und Tiefenlage geologischer Schichten und ihrer Wasserführung und begründete 1889 nicht nur die Geologische Landesanstalt Mecklenburgs, sondern auch das Mecklenburgische Bohrarchiv – der Grundstock der heutigen Sammlung von zigtausenden Bohrkernen.

Eugen Geinitz war als erster Landesgeologe fachlich breit aufgestellt, beschäftigte sich mit der Grundwasserversorgung der größeren Städte des Landes, dokumentierte die Entwicklung der Steilufer, insbesondere nach Hochwasserereignissen, beschrieb voreiszeitliche Kalk- und Tonlager sowie die wirtschaftliche Nutzung von Kohle- und Salzvorkommen.

„Aus aktueller Sicht besonders interessant ist seine systematische Kartierung von Seen und Mooren“, sagt Ute Hennings, Direktorin des LUNG. „Diese frühen Arbeiten sind wichtige objektive Datengrundlagen für die aktuell geplante Wiedervernässung von oftmals in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts trockengelegten Arealen“, ergänzt sie.

Bei einem Besuch der Landessammlung in Sternberg sind aber nicht nur Gesteinsproben aus Bohrungen zu sehen, sondern auch eiszeitliche Geschiebe mit Versteinerungen aus Skandinavien und dem Baltikum zu bewundern. Gerne können auch eigene Fundstücke mit Fossilien zur fachkundigen Bestimmung durch Geologen und Paläontologen mitgebracht werden.