Rekultivierung 2013
Der Rekultivierungspreis 2013 für ehemalige bergbaulich genutzte Flächen in Mecklenburg-Vorpommern

Mit der Verleihung des Rekultivierungspreises werden Bergbau-Unternehmen ausgezeichnet, die in besonderem Maße die Belange des Umwelt- und Naturschutzes bei der bergrechtlich vorgeschriebenen Wiedernutzbarmachung ehemaliger Tagebaue berücksichtigt haben. Dabei stehen die Effekte der durchgeführten Rekultivierungs- bzw. Renaturierungsmaßnahmen auf Natur und Umwelt im Vordergrund. Im Sommer 2011 hatten Vertreter des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG MV), des Bergamtes Stralsund, des Unternehmerverbandes Mineralische Baustoffe (UVMB) und der IHK Schwerin die eingereichten Bewerbungsunterlagen gesichtet und ausgewählte Rekultivierungsprojekte vor Ort begutachtet.
Im Jahr 2012 gab es in Mecklenburg-Vorpommern 185 Betriebe im Steine- und Erden-Bergbau. Mit einer Gesamtförderung von 14 Millionen Tonnen oberflächennaher Bodenschätze im Jahr 2012 leisteten sie einen nicht unerheblichen Beitrag zur Versorgung des Landes M-V sowie benachbarter Regionen mit heimischen Rohstoffen. Nach Angaben des Bergamtes in Stralsund wurden 2012 insgesamt 68 Hektar ehemaliger Abbauflächen rekultiviert. Viele Alttagebaue sind heute wertvolle Landschaftsbestandteile, die dem Naturschutz oder der Naherholung dienen. Seit 1991 wurden bis 2012 insgesamt rund 2.221 Hektar ehemals bergbaulich genutzter Flächen in neue Nutzungsformen übergeführt oder renaturiert. Sie zeigen, dass der Abbau von Kies und anderen mineralischen Rohstoffen in Tagebauen nur temporäre Eingriffe in den Naturhaushalt sind und ausgeglichen werden können. Renaturierte Abbaustätten stellen immer häufiger wichtige Biotope und lokale Refugien seltener Flora und Fauna dar. Wie schon im Jahre 2010 übergab der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Till Backhaus, den Rekultivierungspreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern für hervorragende Nachfolgenutzungen von ehemaligen Bergbauobjekten an die Preisträger 2012 und 2013.
Der Rekultivierungspreisträger für 2012 ist die HTV Kiesverwertung Warin GmbH & Co. KG für die Konzeption und beispielhafte Durchführung des Renaturierungsvorhabens Kiessandtagebau Mankmoos (Landkreis Nordwestmecklenburg). Als zweiter Rekultivierungspreisträger in 2012 wurde das Unternehmen Kieswerk Wusseken GmbH und die Peene Kies GmbH Jarmen für die umweltbewusste Renaturierung im Tagebau Wusseken (Landkreis Vorpommern/Greifswald) geehrt.
Der Rekultivierungspreisträger für das Jahr 2013 ist das Unternehmen Heidelberger Sand und Kies GmbH für die fundierte Renaturierung des ehemaligen Kiessandtagebaus Zirkow/Südost (Rügen). Den zweiten Rekultivierungspreis im Jahr 2013 erhielt das Unternehmen Kreidewerk Rügen GmbH für die beispielhafte Renaturierung des ehemaligen Kreidetagebaufeldes Wittenfelde.
Kontakt:
Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg - Vorpommern (LUNG)
Abteilung 4 - Geologie und Umweltinformation Dezernat Rohstoff- und Wirtschaftsgeologie
Dr. Andreas Börner
Goldberger Str. 12b
18273 Güstrow
Telefon: 0385 / 588 - 64000
E-Mail: Andreas.Boerner[at]lung.mv-regierung.de
Publikation 2013 - Oberflächennahe Rohstoffgewinnung und Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen in Mecklenburg-Vorpommern

Im Juli 2013 wurde die Broschüre "Oberflächennahe Rohstoffgewinnung und Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen in Mecklenburg-Vorpommern" in der LUNG-Schriftenreihe des LUNG MV veröffentlicht.
Die Publikation wurde auf Anregung und aktiver Mitarbeit des Arbeitskreises Rohstoffsicherung erstellt.
Das vorliegende Heft Nr. 1/2013 umfasst u.a. Themen zum Rohstoffpotenzial von Steine-Erden-Rohstoffen, Rohstoffsicherung, Nutzung von Ostseesanden für den Küstenschutz, Renaturierungsprojekten, Naturschutz und Umweltbildung.
Bei der Nachfolgenutzung von ehemaligen Bergbauobjekten werden bei der bergrechtlich vorgeschriebenen Wiedernutzbarmachung zumeist die Belange des Umwelt- und Naturschutzes besonders berücksichtigt. Dabei stehen die positiven Effekte der durchgeführten Rekultivierungs- bzw. Renaturierungsmaßnahmen auf Natur und Umwelt im Vordergrund.
Mit der vorliegenden sollen Kenntnisse vermittelt, Verständnis befördert und Vorbehalte abgebaut sowie eine konstruktive Kommunikation angeregt werden.
- LUNG-Heft 1_2013_Rekultivierung Bergbauflächen MV
- Broschüre Oberflächennahe Rohstoffgewinnung und Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen in Mecklenburg-Vorpommern
Einzelbeiträge:
- Börner, A.: ENTSTEHUNG UND VERBREITUNG VON STEINE- UND ERDEN-ROHSTOFFEN IN MECKLENBURG-VORPOMMERN
- Vulpius, B.: ROHSTOFFSICHERUNG IN MECKLENBURG-VORPOMMERN IN GEGENWART UND ZUKUNFT
- Sommermeier, K.: MARINE SANDE FÜR DEN KÜSTENSCHUTZ IN MECKLENBURG-VORPOMMERN
- Precker, A.: WIEDERNUTZBARMACHUNG VON TORFABBAUFLÄCHEN UNTER BERGRECHT
- Schlede, H.: ERGEBNISSE DER ÜBERWACHUNG DER GRUNDWASSERQUALITÄT AM BEISPIEL DES KIESSANDTAGEBAUS ZÜLOW, LANDKREIS LUDWIGSLUST-PARCHIM
- Vulpius, B.: DER REKULTIVIERUNGSPREIS MECKLENBURG-VORPOMMERN – EINE ERFOLGSGESCHICHTE
- Vulpius, B., Richter, K. & Börner, A.: DAS UMWELTBILDUNGSPROJEKT „WIR BAUEN EIN HAUS“ – EINE IDEE FÜR EINEN ETWAS ANDEREN PROJEKTTAG
- Schreiber, E. & Bösche, M.: GEZIELTE ENTWICKLUNG NEUER MAGERRASENBIOTOPE IM UMFELD DES KIESSANDTAGEBAUES MANKMOOS (LANDKREIS NORDWESTMECKLENBURG) IM ZEITRAUM 2002 BIS 2011
- Vulpius, B. & Förster, G.: STEILWÄNDE FÜR DIE UFERSCHWALBE IN TAGEBAUEN – NATURSCHUTZ UND ROHSTOFFINDUSTRIE KOOPERIEREN
Bezug:
Schutzgebühr: 5-€
Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg - Vorpommern (LUNG)
Bibliothek
Goldberger Str. 12b
18273 Güstrow
Telefon: 0385 / 588 - 64000
E-Mail: bibliothek[at]lung.mv-regierung.mv.de
Kontakt:
Abteilung 4 - Geologie und Umweltinformation
Dezernat Rohstoff- und Wirtschaftsgeologie
Dr. Andreas Börner
Telefon: 0385 / 588 - 64000
E-Mail: Andreas.Boerner[at]lung.mv-regierung.de
Kiessandtagebau Zirkow - Rekultivierungspreisträger 2013
Heidelberger Sand und Kies GmbH für die umfangreiche Renaturierung des ehemaligen Kiessandtagebaus Zirkow/Südost (Rügen).
Im Rahmen der Rekultivierung wurden weite, flache und vegetationsfreie Uferbereiche geschaffen, die als wichtige Refugien vieler Amphibien- und Vogelarten dienen.



Adresse:
Heidelberger Sand und Kies GmbH
Putbuser Str. 19
18528 Zirkow
Telefon: 038393/132-0
Kreidetagebaufeld Wittenfelde - Zweiter Rekultivierungspreisträger für das Jahr 2013
Zweiter Rekultivierungspreisträger für das Jahr 2013
Kreidewerk Rügen GmbH für die beispielhafte Renaturierung des ehemaligen Kreidetagebaufeldes Wittenfelde.
Im Rahmen der Auflassung füllte sich in den letzten Jahren die ehemalige Abbaugrube mit Regenwasser. Dadurch wurden an den ehemaligen Bermen unterschiedlich tiefe wassergefüllte Flächen geschaffen. Diese sind hilfreich für das Entstehen versumpfender Bereiche und von Amphibienbiotopen.


Adresse:
Kiessandtagebau Mankmoos - Rekultivierungspreisträger 2012
Rekultivierungspreisträger 2012
HTV Kiesverwertung Warin GmbH & Co. KG für die Konzeption und beispielhafte Durchführung des Renaturierungsvorhabens Kiessandtagebau Mankmoos
Der von Fr. Dr. E. Schreiber erstellte Bericht zum Renaturierungsvorhaben ist eine der wenigen Langzeituntersuchungen, die über mehrere Jahre hinweg die Entwicklung solcher Areale wissenschaftlich darstellt. Auf Grund solcher Erfahrungen können weiterführende Strategien für ein Langzeitmanagement auf anthropogen geschaffenen Biotopen entwickelt werden. Es ist vorgesehen, die wissenschaftliche Begleitung des eingeleiteten Entwicklungsprozesses fortzusetzen. Einer Auskiesung wird erst stattgegeben, wenn in den Folgejahren der Nachweis erbracht ist, dass sich die neuen basiphilen Magerrasenbiotope dauerhaft etablieren lassen. Nach einem in der Zukunft erfolgendem Abbau soll das Diasporenmaterial von der jetzigen Ansiedlungsfläche für die Wiederansiedlung in den ausgekiesten Bereichen genutzt werden.





Oktober 2011: Ansiedlungsgebiet mit Greifvogelsitz im unmittelbarer Nachbarschaft zum Kiessandtagebau und zum NSG Schanzenberge
© LUNG
Kieswerk Wusseken - Zweiter Rekultivierungspreisträger für das Jahr 2012
Zweiter Rekultivierungspreisträger für das Jahr 2012
Kieswerk Wusseken GmbH und die Peene Kies GmbH Jarmen für eine umweltbewusste Renaturierung im Tagebau Wusseken (Landkreis Vorpommern/Greifswald).
Adresse:
Kieswerk Wusseken GmbH
c/o Peene Kies GmbH
Müssentin 20
17126 Jarmen
Kieswerk Wusseken GmbH
Wusseken 38
17392 Sarnow
Telefon: 039722/20243







