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Wochenbericht zur Immissionssituation in M-V

Bewertung der Luftgütedaten des Jahres 2016

Die Bewertung der Messergebnisse der Luftmessstationen des Landes Mecklenburg-Vorpommern wurde nach der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (39. BImSchV) durchgeführt.

Die Immissionskonzentrationen der zu überwachenden Schadstoffe Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Benzol liegen deutlich unterhalb der gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit und zum Schutz der Vegetation.

Auch der Schwermetallgehalt im Feinstaub (PM10), beurteilt anhand des Gesamtgehalts der Elemente Blei, Cadmium, Nickel und Arsen liegt deutlich unterhalb der zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgelegten Zielwerte der 39. BImSchV. Das gleiche gilt auch für den Gehalt an Benzo(a)pyren im PM10 (Marker für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).

Die überwiegend durch den motorisierten Verkehr verursachten Stickstoffdioxidkonzentrationen weisen über die letzten Jahre betrachtet nur wenige Veränderungen auf. Die Grenzwerte werden an allen Stationen eingehalten. Besonders erfreulich ist die Abnahme der Stickstoffdioxidkonzentration an der Messstelle Rostock-Am Strande, an der bereits im zweiten Jahr in Folge der Jahreswert für Stickstoffdioxid (NO2) unter dem Grenzwert von 40 µg/m³ lag.

Für Feinstaub (PM10) kann kein eindeutiger Trend beobachtet werden. Die jährlichen PM10-Staubimmissionen schwanken von Jahr zu Jahr bedeutend in Abhängigkeit von der Witterung. Gegenüber dem Vorjahr wurden 2016 an nahezu allen Standorten niedrigere Feinstaubwerte beobachtet. Der Grenzwert bezogen auf den PM10-Jahresmittelwert wurde an allen Stationen sicher eingehalten. Eine zusammenhängende Feinstaubepisode mit PM10-Tagesmittelwerten über 50 µg/m3 wurde 2016 nur im Januar beobachtet. Im weiteren Jahresverlauf traten nur noch Einzelfälle auf. Insgesamt wurden maximal 7 Überschreitungstage regis-triert. Für das Kalenderjahr sind maximal 35 Überschreitungstage zulässig.

Ein eindeutiger Trend ist auch für Ozon nicht erkennbar. Stattdessen schwanken die Werte von Jahr zu Jahr stark in Abhängigkeit von der Witterung. Hochsommerliche Wetterlagen mit starker Sonneneinstrahlung begünstigen die bodennahe Ozonbildung. Im Jahr 2016 traten einige hochsommerliche Episoden im Juni und August mit maximalen Temperaturen bis 35°C auf, in denen entsprechend hohe Ozonkonzentrationen beobachtet wurden. Überschreitungen der Informationsschwelle zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurden an sieben Messstationen (Göhlen, Gülzow, Güstrow, Leizen, Rostock-Holbeinplatz und Rostock-Warnemünde) registriert. Die Alarmschwelle von 240 µg/m³ wurde an keiner Messstelle überschritten.


Die Schadstoffe im einzelnen:

Schwefeldioxid (SO2)

An allen Messstationen des Landes Mecklenburg-Vorpommern wurden 2016 die gültigen Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit sowie zum Schutz von Ökosystemen von 20 µg/m³ sicher eingehalten. Sowohl die Jahresmittelwerte 2016 als auch die Winterhalbjahreswerte lagen mit Werten von 1 bis 2 µg/m³ in der Nähe der Nachweisgrenze der Messgeräte, die Differenzen zwischen den verschiedenen Stationen sind gering. Sowohl der höchste Einstundenmittelwert (116 µg/m³) als auch der höchste Tagesmittelwert (14 µg/m³) des Jahres wurden am 20. Juli am Standort Löcknitz beobachtet.

Feinstaub (PM10)

Seit 1998 wird anstelle der Gesamtschwebstaubkonzentration die Konzentration der PM10-Fraktion des Schwebstaubs, das sind Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser kleiner oder gleich 10 µm, ermittelt.

Die PM10-Jahresmittelwerte liegen in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2016 zwischen 15 und 23 µg/m³. Der Grenzwert von 40 µg/m³ bezogen auf das Jahresmittel wird damit wie in den Vorjahren an keiner Station überschritten. Der höchste gemessene Jahresmittelwert wurde mit 23 µg/m³ an der verkehrsnahen Station Rostock-Am Strande ermittelt.

Der Tagesmittelwert von 50 µg/m³, der im Jahr nicht öfter als 35 mal überschritten werden darf, stellt den wesentlich strengeren Grenzwert dar. Dieser Grenzwert wurde im Jahr 2016 an allen Messstellen eingehalten. An der Messstelle Neubrandenburg wurden 7 Überschreitungstage im Kalenderjahr gezählt.

Feinstaub (PM2,5)

Bei PM2,5 handelt es sich um die Fraktion des Schwebstaubs, die sich auf Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser kleiner oder gleich 2,5 µm bezieht.

Die ermittelten PM2,5-Jahresmittelwerte liegen zwischen 10 µg/m³ und 13 µg/m³ und damit deutlich unter dem Grenzwert von 25 µg/m³.

Stickoxide

An allen Messstationen wird der Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid Schutz der menschlichen Gesundheit (40 µg/m³) eingehalten. Auch der für Stickoxide (NOx) geltende Jahresgrenzwert von 30 µg/m³ zum Schutz der Vegetation wird nicht überschritten.

Der höchste Jahresmittelwert (37 µg/m³) wurde an der Messstelle Rostock-Am Strande registriert. Die im Zuge der Luftreinhalteplanung bereits erfolgten Minderungsmaßnahmen haben im betroffenen Bereich eine deutliche Verbesserung der Situation bewirkt. Der Luftreinhalteplan der Hansestadt Rostock ist unter der Internetadresse (s.a. Luftreinhalte- bzw. Aktionsplan Rostock) abrufbar.

Die emissionsferneren ländlichen Standorte sind weniger mit Stickstoffdioxid belastet als die verkehrsnahen Stationen. Die gemessenen Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid an den ländlich gelegenen Messstationen (5 bis 11 µg/m³) liegen deutlich unter den Jahresmittelwerten der verkehrsnah gelegenen Messstationen (16 bis 37 µg/m³).

Auch der sich auf die kurzeitige Exposition beziehende Einstundengrenzwert von 200 µg/m³, der im Jahr nicht öfter als 18 mal überschritten werden darf, wird an allen Stationen des Landes eingehalten. Die höchste Einstundenmittelkonzentration von 150 µg/m³ wurde an der Messstelle Rostock-Am Strande gemessen.

Ozon (O3)

Im Jahr 2016 erfolgte die Messung von Ozon an elf Standorten mit Messgeräten, die nach dem Prinzip der UV-Photometrie nach DIN EN 14625 arbeiten.

Für Ozon ist kein signifikanter Rückgang der Konzentrationen seit 1994 erkennbar. Der Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der als 8-Stundenmittelwert 120 µg/m³ (einstündig gleitend) an höchstens 25 Tagen im Jahr gemittelt über 3 Jahre überschreiten darf, wurde im Berichtszeitraum an allen Stationen eingehalten. Die Jahresmittelwerte lagen an allen Stationen zwischen 36 und 55 µg/m³. Sie folgen keinem erkennbaren Trend, sondern sind stark durch die Witterungssituation der Jahre geprägt.

Die Informationsschwelle zum Schutz der menschlichen Gesundheit von 180 µg/m³ wurde im Jahr 2016 an sieben Messstationen an jeweils einem Tag (25.6. Leizen, 26.8. Rostock-Holbeinpl.,R.-Stuthof,R.-Warnemünde, Güstrow, Gülzow, Göhlen) überschritten. An den ländlichen und städtischen Hintergrundstationen wurden im Jahr 2016 maximale Einstundenmittelwerte zwischen 153 und 237 µg/m³ gemessen. Die Alarmschwelle von 240 µg/m³ (Mittelwert über eine Stunde) wurde an keiner der Stationen erreicht.

Zum Schutz der Vegetation werden Konzentrationssummenwerte oberhalb eines Schwellenwertes (AOT40 = accumulated ozone exposure over a threshold of 40 ppb) betrachtet. Der als Zielwert zum Schutz der Vegetation geltende AOT40-Wert darf über 5 Jahre gemittelt 18000 µg/m³·h nicht überschreiten. Im Jahr 2016 wurde dieser Wert an allen Stationen eingehalten

Die langfristigen Ziele, die EU-weit für das Jahr 2020 anzustreben sind, wurden im Jahr 2016 nicht erreicht. Das betrifft sowohl den AOT-Zielwert zum Schutz der Vegetation (6000 µg/m³·h) als auch den Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit von 120 µg/m³ als gleitender 8-Std.-Mittelwert, der derzeit nicht eingehalten wird. Die maximalen 8-Stundenmittelwerte des Jahres lagen zwischen 122 µg/m³ an der Station Neubrandenburg und 172 µg/m³ an der Station Leizen.

Benzol

Die Jahresmittelwerte für Benzol liegen weit unter dem zulässigen Grenzwert der 39. BImSchV.

Im Jahr 2016 kamen an den Messstationen Rostock-Am Strande, Schwerin, Stralsund-Knieperdamm und Gülzow Passivsammler zum Einsatz. Die gemessenen Benzolkonzentrationen bewegen sich auf niedrigem Niveau. Ein maximaler Jahresmittelwert von 0,9 µg/m³ ist im Jahr 2016 an der Messstation Rostock-Am Strande ermittelt worden. Somit wird auch der Grenzwert von 5 µg/m³ sicher eingehalten.

Kohlenmonoxid (CO)

An allen Messstationen des Landes Mecklenburg-Vorpommern wird der für das Jahr 2016 gültige Grenzwert nach der 39. BImSchV (höchster Achtstundenmittelwert) sicher eingehalten.

Die maximalen 8-Std.-Mittelwerte des Jahres 2016 liegen mit Werten von 1,03 mg/m³ (Schwerin-Obotritenring), 0,95 mg/m³ (Rostock-Holbeinplatz) und 0,63 mg/m³ (Gülzow) weit unter dem Grenzwert von 10 mg/m³. Im Jahresmittel verlaufen die Kohlenmonoxidkonzentrationen seit Jahren auf sehr niedrigem Niveau. Das gilt mit Jahresmittelwerten zwischen 0,20 mg/m³ (Gülzow) und 0,33 mg/m³ (Rostock-Holbeinplatz) auch für das Jahr 2016.

Blei im Feinstaub/PM10 (Pb)

Die Jahresmittelwerte für Blei im Feinstaub (PM10) liegen weit unter dem zulässigen Grenzwert der 39. BImSchV in Höhe von 0,5 µg/m³. Die gemessenen Bleikonzentrationen bewegen sich an allen drei Messstationen (Rostock-Am Strande, Güstrow, Gülzow) mit Werten zwischen 0,003 und 0,004 µg/m³ auf niedrigem Niveau.

Cadmium im Feinstaub/PM10 (Cd)

Die Jahresmittelwerte für Cadmium im Feinstaub (PM10) liegen unter dem Zielwert der 39. BImSchV in Höhe von 5 ng/m³. Die gemessenen Cadmiumkonzentrationen bewegen sich an allen drei Messstationen (Rostock-Am Strande, Güstrow, Gülzow) mit Werten zwischen 0,09 und 0,16 ng/m³ auf niedrigem Niveau.

Nickel im Feinstaub/PM10 (Ni)

Die Jahresmittelwerte für Nickel im Feinstaub (PM10) liegen unter dem Zielwert der 39. BImSchV in Höhe von 20 ng/m³. Die gemessenen Nickelkonzentrationen bewegen sich auf niedrigem Niveau. Der maximale Jahresmittelwert von 1,33 ng/m³ ist im Jahr 2016 an der Messstation Rostock-Am Strande ermittelt worden.

Arsen im Feinstaub/PM10 (Pb)

Die Jahresmittelwerte für Arsen im Feinstaub (PM10) liegen unter dem Zielwert der 39. BImSchV in Höhe von 6 ng/m³. Die gemessenen Arsenkonzentrationen bewegen sich auf niedrigem Niveau. Der maximale Jahresmittelwert von 0,40 ng/m³ ist im Jahr 2016 an der Messstation Rostock-Am Strande ermittelt worden.

Benzo(a)pyren im Feinstaub/PM10 (Pb)

Die Jahresmittelwerte für Benzo(a)pyren im Feinstaub (PM10) liegen unter dem Zielwert der 39. BImSchV in Höhe von 1,0 ng/m³. Die gemessenen Benzo(a)pyrenkonzentrationen bewegen sich auf niedrigem Niveau. Der maximale Jahresmittelwert ist im Jahr 2016 an der Messstation Löcknitz mit 0,48nbsp;ng/m³ ermittelt worden.

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