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Wochenbericht zur Immissionssituation in M-V

Bewertung der Luftgütedaten des Jahres 2015

Die Bewertung der Messergebnisse der Luftmessstationen des Landes Mecklenburg-Vorpommern wurde nach der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (39. BImSchV) durchgeführt.

Die Entwicklung der Schadstoffkonzentrationen zeigt seit dem Beginn der Messungen durch das Luftmessnetz Mecklenburg-Vorpommern je nach Messort und Schadstoffkomponente einen unterschiedlichen Verlauf.

Die beobachteten Immissionskonzentrationen der zu überwachenden Schadstoffe Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und Blei (als Bestandteil der PM10-Fraktion des Schwebstaubs) liegen wie auch den Vorjahren landesweit deutlich unterhalb der gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit und zum Schutz der Vegetation.

Auch der Schwermetallgehalt der PM10-Fraktion, beurteilt anhand des Gesamtgehalts der Elemente Cadmium, Nickel und Arsen liegt deutlich unterhalb der zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgelegten Zielwerte der 39. BImSchV. Das gleiche gilt auch für den Gehalt an Benzo(a)pyren (Marker für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) in der PM10-Fraktion.

Die überwiegend durch den motorisierten Verkehr verursachten Stickstoffdioxidimmissionen weisen über die letzten Jahre betrachtet nur wenige Veränderungen auf. Die Grenzwerte werden an allen Stationen eingehalten. Besonders erfreulich ist die Abnahme der Stickstoffdioxidkonzentration an der Messstelle Rostock-Am Strande, die 2015 erstmalig seit Bestehen der Station den Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 µg/m³ unterschritt.

Für Feinstaub (PM10) kann seit etwa 2002 kein eindeutiger Trend beobachtet werden. Die jährlichen PM10-Staubimmissionen schwanken von Jahr zu Jahr bedeutend in Abhängigkeit von der Witterung. Gegenüber dem Vorjahr wurden 2015 an nahezu allen Standorten niedrigere Feinstaubwerte beobachtet. Der Grenzwert bezogen auf den PM10-Jahresmittelwert wurde an allen Stationen sicher eingehalten. Überschreitungen des PM10-Tagesmittelwertes von 50 µg/m³ traten im Wesentlichen im ersten und vierten Quartal des Jahres auf. Die höchste Zahl wurde mit 17 Überschreitungstagen an der Station Rostock-Am Strande registriert, die niedrigste Zahl mit 5 Überschreitungstagen an der Station Leizen. Für das Kalenderjahr sind maximal 35 Überschreitungstage zulässig.

Ein eindeutiger Trend ist auch für Ozon nicht erkennbar. Stattdessen schwanken die Werte von Jahr zu Jahr stark in Abhängigkeit von der Witterung. Hochsommerliche Wetterlagen mit starker Einstrahlung begünstigen die bodennahe Ozonbildung. Im Jahr 2015 war insbesondere der Juli durch hochsommerliche Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung geprägt. Demzufolge wurden auch die höchsten Ozonkonzentrationen im Juli beobachtet.


Die Schadstoffe im einzelnen:

Schwefeldioxid (SO2)

An allen Messstationen des Landes Mecklenburg-Vorpommern wurden 2015 die nach der 39. BImSchV gültigen Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit sowie zum Schutz von Ökosystemen von 20 µg/m³ sicher eingehalten. Sowohl die Jahresmittelwerte 2015 als auch die Winterhalbjahreswerte lagen mit Werten von 1 bis 2 µg/m³ in der Nähe der Nachweisgrenze der Messgeräte, die Differenzen zwischen den verschiedenen Stationen sind gering. Für Schwefeldioxid macht sich der Ferntransport nur noch schwach an der weit östlich im Land gelegenen Station Löcknitz bemerkbar. Die höchsten SO2-Konzentrationen werden hier im Mittel bei südöstlichen Winden registriert. Ein maximaler Einstundenmittelwert von 33 µg/m³ wurde am 24. Juli in Löcknitz und der höchste Tagesmittelwert von 7 µg/m³ am 29.10. am Standort Rostock-Holbeinplatz registriert.

Feinstaub (PM10)

Seit 1998 wird anstelle der Gesamtschwebstaubkonzentration die Konzentration der PM10-Fraktion des Schwebstaubs, das sind Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser kleiner oder gleich 10 µm, ermittelt.

Die PM10-Jahresmittelwerte liegen in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2015 zwischen 16 und 24 µg/m³. Der Grenzwert von 40 µg/m³ bezogen auf das Jahresmittel wird damit wie in den Vorjahren an keiner Station überschritten. Der höchste gemessene Jahresmittelwert wurde mit 24 µg/m³ an der verkehrsnahen Station Rostock-Am Strande ermittelt.

Der Tagesmittelwert von 50 µg/m³, der im Jahr nicht öfter als 35 mal überschritten werden darf, stellt für die Kurzeitbelastung durch Feinstaub einen wesentlich strengeren Grenzwert dar. Dieser Grenzwert wurde im Jahr 2015 an allen Messstellen eingehalten. An der Messstelle Rostock-Am Strande wurden 17 Überschreitungstage im Kalenderjahr gezählt.

Feinstaub (PM2,5)

Bei PM2,5 handelt es sich um die Fraktion des Schwebstaubs, die sich auf Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser kleiner oder gleich 2,5 µm bezieht.

Die ermittelten PM2,5-Jahresmittelwerte liegen zwischen 11 µg/m³ (Rostock-Warnemünde) und 14 µg/m³ (Rostock-Am Strande, Rostock-Holbeinplatz) und damit sowohl unterhalb des seit 2010 geltenden Zielwertes von 25 µg/m³ als auch unterhalb des ab 2015 geltenden Grenzwertes von ebenfalls 25 µg/m³.

Stickoxide

An allen Messstationen wird der Jahresgrenzwert von 40 µg/m³, der dem Schutz der menschlichen Gesundheit dient, eingehalten. Auch der für Stickoxide (NOx) geltende Jahresgrenzwert von 30 µg/m³ zum Schutz der Vegetation wird nicht überschritten.

Mit einem Jahresmittelwert von 38 µg/m³ wurde auch an der Messstelle Rostock-Am Strande der Jahresgrenzwert 2015 erstmalig eingehalten. Die im Zuge der Luftreinhalteplanung bereits erfolgten Minderungsmaßnahmen haben im betroffenen Bereich eine deutliche Verbesserung der Situation bewirkt. Dennoch werden weiterhin geeignete Maßnahmen untersucht, um auch künftig die Einhaltung des Grenzwertes zu sichern. Hierzu arbeiten das LUNG und die Hansestadt Rostock eng zusammen. Der Luftreinhalteplan der Hansestadt Rostock ist unter der Internetadresse (s.a. Luftreinhalte- bzw. Aktionsplan Rostock) abrufbar.

Die emissionsferneren ländlichen Standorte sind weniger mit Stickstoffdioxid belastet als die verkehrsnahen Stationen. Die gemessenen Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid an den ländlich gelegenen Messstationen (5 bis 10 µg/m³) liegen deutlich unter den Jahresmittelwerten der verkehrsnah gelegenen Messstationen (14 bis 38 µg/m³).

An allen Messstationen des Landes Mecklenburg-Vorpommern wird der ab dem Jahr 2010 geltende Einstundengrenzwert von 200 µg/m³, der im Jahr nicht öfter als 18 mal überschritten werden darf, eingehalten. Die höchste Einstundenmittelkonzentration von 148 µg/m³ wurde an der verkehrsnahen Messstation Rostock-Am Strande gemessen.

Ozon (O3)

Für eine flächendeckende Überwachung der Ozonkonzentration und die Ermittlung regionaler Besonderheiten wird die Ozonkonzentration sowohl an den ländlich als auch an einigen verkehrsnah gelegenen Messstationen erfasst. Die Auswertung der Ozonsituation des Jahres 2015 erfolgt gemäß der 39. BImSchV.

Für Ozon ist kein signifikanter Rückgang der Konzentrationen seit 1994 erkennbar. Der Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der als 8-Stundenmittelwert 120 µg/m³ (einstündig gleitend) an höchstens 25 Tagen im Jahr gemittelt über 3 Jahre überschreiten darf, wurde im Berichtszeitraum an allen Stationen eingehalten. Die Jahresmittelwerte lagen an allen Stationen zwischen 36 und 55 µg/m³. Sie folgen keinem erkennbaren Trend, sondern sind stark durch die Witterungssituation der Jahre geprägt.

Die Alarmschwelle von 240 µg/m³ (Mittelwert über eine Stunde), bei deren Überschreitung bei kurzfristiger Exposition ein Risiko für die Gesundheit der Gesamtbevölkerung besteht, wurde an keiner der Stationen erreicht. Die Informationsschwelle zum Schutz der menschlichen Gesundheit von 180 µg/m³ wurde im Jahr 2015 an der Messstation Göhlen an drei Tagen (4.7., 5.7., 31.8.) und jeweils an einem Tag (4.7. Güstrow, Gülzow, Löcknitz, 15.8. Rostock-Stuthof) überschritten. An den ländlichen und städtischen Hintergrundstationen wurden im Jahr 2015 maximale Einstundenmittelwerte zwischen 145 und 220 µg/m³ gemessen

Zum Schutz der Vegetation werden Konzentrationssummenwerte oberhalb eines Schwellenwertes (AOT40 = accumulated ozone exposure over a threshold of 40 ppb) betrachtet. Der als Zielwert zum Schutz der Vegetation geltende AOT40-Wert darf über 5 Jahre gemittelt 18000 µg/m³·h nicht überschreiten. Im Jahr 2015 wurde dieser Wert an allen Stationen eingehalten

Die langfristigen Ziele, die EU-weit für das Jahr 2020 anzustreben sind, wurden im Jahr 2015 nicht erreicht. Das betrifft sowohl den AOT-Zielwert zum Schutz der Vegetation (6000 µg/m³·h) als auch den Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit von 120 µg/m³ als gleitender 8-Std.-Mittelwert, der derzeit nicht eingehalten wird. Die maximalen 8-Stundenmittelwerte des Jahres lagen zwischen 107 µg/m³ an der Station Rostock-Holbeinplatz und 181 µg/m³ an der Station Göhlen.

Benzol

Die Jahresmittelwerte für Benzol liegen weit unter dem zulässigen Grenzwert der 39. BImSchV.

Im Jahr 2015 kamen an den Messstationen Rostock-Am Strande, Schwerin, Stralsund-Knieperdamm und Gülzow Passivsammler zum Einsatz. Die gemessenen Benzolkonzentrationen bewegen sich auf niedrigem Niveau. Ein maximaler Jahresmittelwert von 0,7 µg/m³ ist im Jahr 2015 an der Messstation Rostock-Am Strande ermittelt worden. Somit wird auch der Grenzwert von 5 µg/m³ sicher eingehalten.

Kohlenmonoxid (CO)

An allen Messstationen des Landes Mecklenburg-Vorpommern wird der für das Jahr 2015 gültige Grenzwert nach der 39. BImSchV (höchster Achtstundenmittelwert) sicher eingehalten.

Die maximalen 8-Std.-Mittelwerte des Jahres 2015 liegen mit Werten von 1,19 mg/m³ (Schwerin-Obotritenring), 1,09 mg/m³ (Rostock-Holbeinplatz) und 0,59 mg/m³ (Gülzow) weit unter dem Grenzwert von 10 mg/m³. Im Jahresmittel verlaufen die Kohlenmonoxidkonzentrationen seit Jahren auf sehr niedrigem Niveau. Das gilt mit Jahresmittelwerten zwischen 0,20 mg/m³ (Gülzow) und 0,34 mg/m³ (Rostock-Holbeinplatz) auch für das Jahr 2015.

Blei im Feinstaub/PM10 (Pb)

Die Jahresmittelwerte für Blei im Feinstaub (PM10) liegen weit unter dem zulässigen Grenzwert der 39. BImSchV in Höhe von 0,5 µg/m³. Die gemessenen Bleikonzentrationen bewegen sich an allen drei Messstationen (Rostock-Holbeinplatz, Güstrow, Gülzow) mit Werten zwischen 0,003 und 0,004 µg/m³ auf niedrigem Niveau.

Cadmium im Feinstaub/PM10 (Cd)

Die Jahresmittelwerte für Cadmium im Feinstaub (PM10) liegen unter dem Zielwert der 39. BImSchV in Höhe von 5 ng/m³. Die gemessenen Cadmiumkonzentrationen bewegen sich an allen drei Messstationen (Rostock-Holbeinplatz, Güstrow, Gülzow) mit Werten zwischen 0,09 und 0,10 ng/m³ auf niedrigem Niveau.

Nickel im Feinstaub/PM10 (Ni)

Die Jahresmittelwerte für Nickel im Feinstaub (PM10) liegen unter dem Zielwert der 39. BImSchV in Höhe von 20 ng/m³. Die gemessenen Nickelkonzentrationen bewegen sich auf niedrigem Niveau. Der maximale Jahresmittelwert von 0,86 ng/m³ ist im Jahr 2015 an der Messstation Rostock-Holbeinplatz ermittelt worden.

Arsen im Feinstaub/PM10 (Pb)

Die Jahresmittelwerte für Arsen im Feinstaub (PM10) liegen unter dem Zielwert der 39. BImSchV in Höhe von 6 ng/m³. Die gemessenen Arsenkonzentrationen bewegen sich auf niedrigem Niveau. Der maximale Jahresmittelwert von 0,36 ng/m³ ist im Jahr 2015 an der Messstation Rostock-Holbeinplatz ermittelt worden.

Benzo(a)pyren im Feinstaub/PM10 (Pb)

Die Jahresmittelwerte für Benzo(a)pyren im Feinstaub (PM10) liegen unter dem Zielwert der 39. BImSchV in Höhe von 1,0 ng/m³. Die gemessenen Benzo(a)pyrenkonzentrationen bewegen sich auf niedrigem Niveau. Der maximale Jahresmittelwert ist im Jahr 2015 an der Messstation Löcknitz mit 0,33nbsp;ng/m³ ermittelt worden.

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