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Pressemitteilung 18/18

20.12.2018, Nr. 18/18

25 Jahre Abfallbilanz Mecklenburg-Vorpommern - Landesamt veröffentlicht "Daten zur Abfallwirtschaft 2017"

Seit 25 Jahren veröffentlicht das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie M-V (LUNG M-V) die Daten zur Abfallwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns und liefert so einen Überblick über die Abfallwirtschaft unseres Landes.
Auch in diesem Jahr gibt die Abfallbilanz 2017 wieder Auskünfte insbesondere zur Abfallmengen-Entwicklung und der Entsorgung von Siedlungsabfällen in Mecklenburg-Vorpommern (M-V), gefährlichen Abfällen und den grenzüberschreitend verbrachten Abfällen. Außerdem werden die Entsorgungskosten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) dargestellt.


Siedlungsabfallbilanz

Das Aufkommen an Restabfällen, die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern 2017 von privaten Haushaltungen und dem Kleingewerbe überlassen wurden, ist mit 372.699 t erneut nur geringfügig gesunken (minus 0,2 % gegenüber 2016). Das Pro-Kopf-Aufkommen an Haus- und Geschäftsmüll liegt 2017 mit 179 kg pro Einwohner und Jahr leicht unter dem Bereich der Vorjahre (2016: 180 kg/E*a).

Die durch die örE 2017 getrennt erfasste Wertstoffmenge ist gegenüber dem Vorjahr um 2,9 % auf 345.888 t gestiegen. Dies entspricht einem Wertstoffaufkommen von 215 kg pro Einwohner und Jahr (2016: 209 kg/E*a). Insbesondere die über die Biotonne und Grüngutsammlung erfasste Bioabfallmenge konnte 2017 erneut deutlich gesteigert werden (plus 9,1 %). Diese positive Entwicklung lässt sich darauf zurückführen, dass viele örE in den letzten Jahren entsprechende Sammlungen eingeführt bzw. ausgeweitet haben.
Die Entsorgungskosten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sind mit ca. 125 Mio. € gegenüber den Vorjahren leicht gestiegen (2016: 110 Mio. €). Dies entspricht im Durchschnitt Entsorgungskosten von 78 € pro Einwohner und Jahr.


Bilanz gefährlicher Abfälle

Die Gesamtmenge der in Mecklenburg-Vorpommern erzeugten gefährlichen Abfälle hat gegenüber dem Vorjahr um 24,5 % auf 307.048 t zugenommen. Die Mengen aus dem Bau- und Abbruchbereich (einschließlich Aushub von verunreinigten Standorten) nehmen hier den größten Anteil mit 164.136 t ein. Von den erzeugten gefährlichen Abfällen wurden 83.370 t in anderen Bundesländern entsorgt.

Bei den in Mecklenburg-Vorpommern entsorgten gefährlichen Abfällen war ebenfalls eine Zunahme von 28,8 % auf 450.767 t zu verzeichnen. 227.090 t davon – mithin in etwa die Hälfte – stammten aus anderen Bundesländern. Die Bau- und Abbruchabfälle (239.657 t) sowie die Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen, öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen und der öffentlichen Wasserversorgung (152.317 t) stellen den größten Anteil der in M-V entsorgten Abfälle dar.


Grenzüberschreitende Abfallverbringung

Wie auch in den Vorjahren wurden Abfälle aus anderen Nationalstaaten sowohl nach M-V importiert und hier verwertet oder beseitigt, als auch aus M-V ausgeführt. Notifizierungspflichtige Abfalltransporte unterliegen einem speziellen Genehmigungsverfahren. Notifizierungsbehörde für M-V ist das LUNG. Notifizierungspflichtig sind bei Verbringung innerhalb der EU alle gefährlichen Abfälle und alle Abfälle, die zur Beseitigung bestimmt sind. Bei der Ausfuhr aus der EU und bei der Einfuhr in die EU gelten besondere Vorschriften.

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 119.807 t notifizierungspflichtige Abfälle aus anderen Staaten zur Entsorgung nach Mecklenburg-Vorpommern verbracht. Die importierte Abfallmenge ist gegenüber dem Vorjahr um 15,8 % gestiegen. Abgesehen von 68 t entfiel diese Menge vollständig auf die Versandstaaten Dänemark, Finnland und Italien. Die größte Position ist (Alt-)Holz aus Skandinavien, das allein 88.413 t, also in etwa Dreiviertel der Gesamtmenge, ausmacht. Diese Abfälle werden in
M-V der Verwertung als Brennstoff zugeführt (Entsorgungsverfahren R1). 22.581 t Abfälle waren für das Entsorgungsverfahren D5 (Beseitigung auf speziell angelegten Deponien) vorgesehen. Von diesen Abfällen kamen ca. 18.800 t aus Italien und 3.750 t aus Dänemark. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um gefährliche Abfälle, die im Land nur auf der Deponie Ihlenberg deponiert werden konnten.


Aus Mecklenburg-Vorpommern wurden im gleichen Zeitraum aber auch 50.833 t Abfälle ins Ausland verbracht (2016: 33.562 t). Dies entspricht einer Zunahme von 51,5 % und stellt den höchsten Exportwert seit Inkrafttreten der europäischen Abfallverbringungsverordnung 2007 dar. Wie in den Vorjahren handelt es sich dabei weit überwiegend um „Brennstoffe aus Abfällen“, die in M-V bei der Sortierung v. a. von Gewerbeabfällen entstehen und nicht deponiert werden dürfen (46.762 t, entsprechend 92,0 %). Diese Abfälle wurden zur thermischen Verwertung (Entsorgungsverfahren R1) nach Skandinavien verbracht.


Die Daten zur Abfallwirtschaft 2017 sind auch auf der Internetseite des LUNG unter https://www.lung.mv-regierung.de/insite/cms/umwelt/abfall.htm abrufbar.

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