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Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie

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Pressemitteilung

03.11.2017, Nr. 16/17

Geologische Landesaufnahme in Mecklenburg-Vorpommern: früher und heute

Festliches Kolloquium anlässlich des 50. Jahrestages der Geologischen Kartierung des Landes im Maßstab 1:100.000 am 9. November 2017 im Müritzeum Waren (Müritz)

Die Entwicklung einer modernen Gesellschaft basiert auf dem stetigen Erkenntniszuwachs in Wissenschaft und Technik. Grundlage für die Entstehung und den Ausbau von Städten und Gemeinden, die land- und forstwirtschaftliche Nutzung von Böden, die Förderung von Trink- und Brauchwasser sowie die Gewinnung von Rohstoffen und damit letztlich auch die Ansiedlung von Handwerk, Gewerbe und Industrie erfordern umfangreiche Kenntnisse über den regionalen und lokalen geologischen Untergrund und seine Nutzungsmöglichkeiten. Dies betrifft sowohl den Bau und die Zusammensetzung der oberflächennahen Schichten mit Kies- und Sandlagerstätten und Grundwasserressourcen als auch tiefere Gesteinsformationen, die abbauwürdige Vorkommen von Erdöl/Erdgas, Kohle, Stein- und Kalisalz enthalten oder als geothermische Reservoire und Energiespeicher nutzbar sind.

Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts begann die systematische geologische Landesaufnahme in vielen Ländern Europas und auch in Preußen und Mecklenburg war eine flächendeckende Kartierung das Ziel der 1873 bzw. 1889 gegründeten Geologischen Landesanstalten. Unterschiedliche Bearbeitungsstände und „Kartierungslücken“ im Bereich des heutigen Mecklenburg-Vorpommerns machten nach dem Zweiten Weltkrieg eine detailliertere geologische Landesaufnahme, insbesondere des mecklenburgischen Gebietes erforderlich. Dr. Herbert-Lothar Heck initiierte deshalb 1953 als Leiter des Geologischen Dienstes Schwerin die geologische Kartierung der drei Nordbezirke der DDR im Maßstab 1:100.000, die 1967 abgeschlossen wurde.

Aufgrund des 50jährigen Jubiläums lädt der Geologische Dienst im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) am Donnerstag, den 9. November 2017 zu einem Festkolloquium ins Müritzeum in Waren ein. Dort werden zwischen 18.00 und 20.00 Uhr in mehreren Vorträgen der Verlauf und die Ergebnisse der bisherigen Kartierungen sowie neue Entwicklungen vorgestellt.

Dabei kommen ehemalige Kartierer zu Wort, die über die damaligen Schwierigkeiten, Herausforderungen und Höhepunkte bei der Erstellung der noch heute unverzichtbaren geologischen Kartengrundlagen berichten. Aktive Geologen des LUNG werden die derzeitigen Anforderungen an die Erfassung und zunehmend digitalisierte Darstellung geowissenschaftlicher Daten vorstellen, die auch in Zeiten des stetig fortschreitenden Fachkräfteabbaus in den Behörden den Bürgern, politisch Verantwortlichen und Investoren umfänglich und möglichst punktgenau zur Verfügung stehen sollen.

Die zahlreichen Geo-Informationen dienen der gesellschaftlichen Daseinsvorsorge. Sie können u. a. helfen, unzureichende oder fehlerhafte Bauplanungen wie bei der Petersdorfer Brücke an der A19 oder beim Damm der A20 im Trebeltal zu vermeiden. Langfristige Untersuchungen ermöglichen es, schädliche Veränderungen des Grundwassers und der Böden frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Sie dienen ebenfalls der fundierten Bewertung potenzieller Geogefahren, z. B. von Rutschungen im Bereich der Steilküsten. Daher sind auch interessierte Nichtfachleute herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen und sich mit Geologen aus Mecklenburg-Vorpommern und benachbarten Bundesländern auszutauschen, Fragen zu stellen und Probleme zu diskutieren.


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