Die in der Luft enthaltenen Spurengase Wasserdampf (H2O), Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffoxid (N2O) verursachen den natürlichen Treibhauseffekt. Die durch zusätzliche anthropogene Emissionen klimawirksamer Gase, auch von verschiedenen fluorierten Verbindungen (FCKW, FKW, Halone, SF6), entstandenen aktuellen Konzentrationen sind für einen zusätzlichen (anthropogenen) Treibhauseffekt und für die Erwärmung der Erde verantwortlich.
Da der Boden wesentlich am globalen Kohlenstoff- und Stickstoffhaushalt beteiligt ist, können Störungen der Bodenfunktionen zu einer zusätzlichen Freisetzung klimawirksamer Spurengase führen bzw. die CO2-Festlegung beeinträchtigen.
Unter anderem kann der Boden eine Quelle für die Gase Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid sein. Die Angaben der emittierten Gasmengen sind grobe Schätzungen und sollen nur die ungefähre Größenordnung veranschaulichen.
Im Jahr 1989 wurden in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 25 Mio. Tonnen Kohlendioxid emittiert (Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Umwelt M-V 1997). Bundesweit wurden 1999 825 Mio. Tonnen CO2 freigesetzt (1990: 981 Mio. Tonnen) (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 2001a).
Tabelle 104: Kohlendioxidemissionen aus verschiedenen Böden
|
Nutzung bzw. Vegetationstyp |
Literaturquelle |
Emissionen
in g CO2-C/m2*a |
geschätzte CO2-C-
Emissionen in M-V in Tonnen pro Jahr |
|
Moorwald,
entwässert |
670 |
147.755 |
|
|
Moor,
naturnah |
-150 |
-12.053 |
|
|
Niedermoore |
|
|
|
|
extensives
Grünland |
300 |
304.761 |
|
|
halbintensives
Grünland |
450 |
629.424 |
|
|
intensives
Grünland, Acker |
600 |
110.586 |
Rechnerisch ergibt sich
daraus für die gesamten Moore Mecklenburg-Vorpommerns eine CO2-Emission
von 3,8 Mio. Tonnen (1,2 Mio. Tonnen CO2-C). Im
Moorschutzkonzept für Mecklenburg-Vorpommern (Umweltministerium
M-V 2000) wird eine
Gesamtemission aus den Mooren von etwa 5,1 Mio. Tonnen CO2
festgestellt.
Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat 1997 ein Klimaschutzkonzept verabschiedet, welches Maßnahmevorschläge zur Verringerung treibhausrelevanter Gase, vor allem von Kohlendioxid und Methan, umfasst. Die durch die Umsetzung der Maßnahmen bis 2010 erzielbare Minderung der CO2-Emissionen auf Landesebene wird mit ca. 4,9 Mio. t pro Jahr ausgewiesen (Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Umwelt M-V 1997).
Die CO2-Emission aus Niedermooren steigt mit dem Umfang der Degradierung, d.h. naturnahe Niedermoore setzen weniger Kohlendioxid frei. Bei einem Grundwasserstand von 0,3 m werden jährlich zwischen 10,3 und 11,4 Tonnen CO2 pro ha abgegeben, bei einem Grundwasserstand von 0,9 m sind es 18,0 bis 24,6 Tonnen (Landesumweltamt Brandenburg 1999) bzw. zwischen 24,6 und 33 Tonnen pro ha und Jahr (Umweltministerium M-V 2000). Der Anteil der einzelnen Entwässerungsgrade der Moore in Mecklenburg-Vorpommern ist in Kapitel 2.4.1 dargestellt.
Werden torfbildende
Feuchtgebiete trockengelegt und in Nutzflächen umgewandelt, so werden durch die
einsetzende Mineralisierung der Kohlenstoffvorräte hohe CO2-Freisetzungen
erzeugt. Die Verluste der Moore werden bei Kultivierung auf bis zu
19 Tonnen C pro ha und Jahr geschätzt, bei Entwässerung auf bis zu
0,32 Tonnen C pro ha und Jahr (Wissenschaftlicher
Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen 1998).
Insgesamt werden
laut Klimaschutzkonzept jährlich schätzungsweise 10 Mio. Tonnen CO2
aus den Mooren Mecklenburg-Vorpommerns in die Atmosphäre abgegeben. Durch die
Wiedervernässung von Niedermoorstandorten könnte jährlich die Emission von
4,2 Mio. Tonnen CO2 vermieden werden (Ministerium für Bau,
Landesentwicklung und Umwelt M-V 1997). Holzmüller und Marschner (2001) geben für die CO2-Fixierung durch
die Wiedervernässung von Feuchtgebieten Werte zwischen 0,1 und
1,0 Tonnen C je ha und Jahr an.
Für die
Aufforstung von Acker- und Grünlandflächen wird hier eine CO2-Fixierung
im Boden von 0,3 bis 0,5 Tonnen C pro ha und Jahr angegeben. Die CO2-Fixierung
im Boden wird ebenfalls durch den Anbau mehrjähriger Feldfutterpflanzen
(typisch für den organischen Landbau) und durch das Anlegen von Grünbrachen
gesteigert, weil durch die längere Bodenruhe (Fehlen jeglicher
Bodenbearbeitung) die Mineralisierung organischer Bodensubstanz zu CO2
reduziert wird (Haas und Köpke 1995).
Die Kohlenstoff-Gehalte des Bodens sind im organischen Landbau in der Regel
höher als bei intensiver konventioneller Bewirtschaftung.
Im Gegensatz zu Böden aus organischen Substraten zählen mineralische Waldböden vermutlich zu den CO2-Senken. Liski et al. (2000) geben Werte für die CO2-Aufnahme von mehr als 10 g pro m² und Jahr an.
Distickstoffoxid hatte 1996 mit einer weltweiten Emission zwischen 4,7 und 12,6 Mio. Tonnen einen Anteil am anthropogenen Treibhauseffekt von etwa 6 % (Umweltbundesamt 2001). Die mikrobielle Umsetzung von natürlich vorkommenden oder anthropogen eingebrachten Stickstoffverbindungen in Böden ist die wichtigste Quelle für N2O. Auch in Deutschland ist die Freisetzung aus landwirtschaftlich genutzten Böden in den letzten Jahren, nach Ausschöpfung der Reduktionspotentiale in der chemischen Industrie, die wichtigste Quelle.
Die hohe Verweildauer von N2O in der Atmosphäre (120 Jahre), führt zusätzlich dazu, dass Distickstoffoxid durch Diffusion in die Stratosphäre gelangen kann und dort zum Abbau der Ozonschicht beiträgt. In der Stratosphäre reagiert es mit photochemisch erzeugtem atomaren Sauerstoff und bildet dabei NO, das mit Ozon unter Bildung von NO2 und O2 reagiert.
Tabelle 105: Emissionen von Distickstoffoxid in Deutschland
|
Emittentengruppen |
1990 |
1991 |
1992 |
1993 |
1994 |
1995 |
1996 |
1997 |
1998 |
1999 |
|
1.000 Tonnen |
||||||||||
|
Verbrennungsprozesse |
37 |
38 |
38 |
39 |
39 |
41 |
42 |
40 |
40 |
39 |
|
Chemische
Industrie |
82 |
83 |
93 |
84 |
81 |
82 |
87 |
74 |
30 |
13 |
|
Produktverwendung |
6 |
6 |
6 |
6 |
6 |
6 |
6 |
6 |
6 |
6 |
|
Abfallwirtschaft |
4 |
4 |
4 |
4 |
4 |
4 |
4 |
4 |
4 |
4 |
|
Landwirtschaftliche
Böden |
85 |
78 |
74 |
73 |
77 |
77 |
76 |
77 |
80 |
79 |
|
Gesamt |
214 |
209 |
215 |
206 |
207 |
209 |
215 |
201 |
160 |
141 |
Quelle: Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit (2001a)
Nicht nur landwirtschaftlich genutzte Böden emittieren N2O, sondern es wird auch aus den meisten anderen Böden freigesetzt. Die N-Dynamik der Düngung bzw. der atmosphärischen Deposition ist in der Regel ausschlaggebend für die Höhe der N2O-Emissionen aus moorfreien Böden.
Die Versauerung bzw. die Pufferkapazität von Waldböden zeigt ebenfalls eine positive Korrelation zur N2O-Emission (Enquete-Kommission „Schutz der Erdatmosphäre“ des Deutschen Bundestages 1994). Und auch die Verdichtung von Ackerböden ist positiv mit der N2O-Freisetzung korreliert.
Tabelle 106: Distickstoffoxidemissionen aus verschiedenen Böden
|
Nutzung bzw. Vegetationstyp |
Literaturquelle |
Emissionen
in g N2O/m2*a |
geschätzte Emissionen in
M-V in Tonnen
pro Jahr |
|
Fichtenwald |
0,2 bis 0,3* |
|
|
|
0,02 bis 0,06* |
|
||
|
Buchenwald |
0,01 bis 0,3* |
|
|
|
Eichenwald |
0,1 bis 0,25 |
62,0 |
|
|
Moorwald, Erlenbruch |
|
||
|
entwässert |
1,65 |
363,9 |
|
|
ungestört |
0,08 bis 0,12* |
|
|
|
Acker |
0,11 bis 0,5 |
3.316,8 |
|
|
Winterweizen |
0,08 bis 0,09* |
|
|
|
0,3 bis 0,36* |
|
||
|
Kartoffeln |
0,53 bis 0,68* |
|
|
|
Raps |
0,1 bis 0,25 |
|
|
|
Brache |
0,1 bis 0,25 |
|
|
|
0,03* |
|
||
|
Pappelanbau |
0,02 bis 0,06 |
|
|
|
Grünland |
0,83 |
2.747,6 |
|
|
Moor, naturnah |
0,004 |
0,3 |
|
|
Niedermoore |
|
||
|
entwässert |
0,18 bis 2,2 |
3.354,8 |
|
|
nass,
überstaut |
0,1 |
8,0 |
|
|
Niedermoore |
|
||
|
extensives
Grünland |
0,35 |
355,6 |
|
|
halbintensives
Grünland |
0,42 |
587,5 |
|
|
intensives
Grünland, Acker |
1,15 |
212,0 |
|
|
Sölle (NO-Deutschland) |
|
||
|
schwach
eutrophe Uferzone |
0,01* |
|
|
|
stark
eutrophe Uferzone |
0,11* |
|
|
|
Salzwiesen |
0,03** |
|
|
* N2O-N-Emission
** Im Winter haben
Salzwiesen eine Senkenfunktion für Distickstoffoxid.
Die Lachgasemissionsfaktoren (N2O-Jahresemission im Verhältnis zur Jahres-N-Düngung) liegen wegen der Abhängigkeit von verschiedenen pedologischen und klimatischen Faktoren im Bereich von etwa 0,25 % bis 2,25 %. Als Mittelwert für Ackerflächen geben Kaiser et al. (1996) für deutsche Verhältnisse einen Wert von 1,4 % an, für moorfreie Böden gibt das Landesumweltamt Brandenburg (1999) einen Durchschnitt von 1,25 % an. Ruser et al. (1999) konnten statt der Korrelation der N2O-Freisetzung mit der Düngergabe einen Zusammenhang mit dem Nitratgehalt im Boden nachweiden.
In Mecklenburg-Vorpommern könnte durch die Wiedervernässung von Niedermooren jährlich die Emission von N2O um etwa 500.000 Tonnen verringert werden (Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Umwelt M-V 1997). Angaben über Höhe der gesamten N2O-Emissionen in Mecklenburg-Vorpommern liegen nicht vor.
Eine weitere Emissionsquelle für
im Boden gebildetes und im Bodenwasser gelöstes N2O, ist die
Freisetzung durch die Blattoberfläche der Pflanzen im Zusammenhang mit der
Transpiration. Diese Emissionen können mengenmäßig in der gleichen
Größenordnung liegen, wie die direkten Emissionen aus dem Boden (Zechmeister-Boltenstern 2000).
Abbildung 24: Vereinfachtes Wirkungsgefüge der N2O-Emissionen aus Ackerböden
Weltweit wurden zwischen 1980 und 1990 jährlich 375 Mio. Tonnen Methan emittiert, das entspricht einem Anteil am anthropogenen Treibhauseffekt von etwa 20 % (Umweltbundesamt 2001).
Durch die Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes lassen sich die jährlichen Methan-Emissionen Mecklenburg-Vorpommerns bis 2010 um 11.300 Tonnen senken (Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Umwelt M-V 1997). Auch für Methan liegen keine Angaben über die Emissionen in Mecklenburg-Vorpommern vor.
Methan entsteht durch Abbau organischen Materials unter anaeroben Bedingungen. Feuchtgebiete sind die größte natürliche Quelle von Methan und die größte Menge anthropogen freigesetztes Methan stammt aus verschiedenen landwirtschaftlichen Prozessen. Böden können sowohl als Quelle als auch als Senke (Oxidation durch methanotrophe Bakterien) für Methan angesehen werden.
Die höchste Methanreduktion wurde in Wäldern mit sandigen bis steinigen Böden gemessen, die niedrigsten Raten sind typisch für landwirtschaftlich genutzte Flächen. Mit Flussraten zwischen 0,1 und 2,0 kg CH4 pro ha und Jahr liegt die Variation der verschiedenen Agrarflächen (Grünland, Ackerland, etc.) bedeutend niedriger als die der Waldökosysteme.
Die Umwandlung unkultivierter Flächen bzw. naturnaher Ökosysteme in landwirtschaftlich genutzte Flächen hat im Mittel zu einer 40 %igen Reduktion der Senkenstärke terrestrischer Böden für atmosphärisches Methan geführt (Schmädeke 1998). Umgekehrt erhöht die Flächenstillegung, die Umwandlung von Acker in Dauerbrache, die Methanaufnahme des Bodens.
Allein durch eine Bodenverdichtung auf einem Ackerboden kann es zu einer Reduktion der Methanaufnahme um 50 % kommen. Der Stickstoffeinsatz wird ebenfalls für eine Reduzierung der Senkenstärke verantwortlich gemacht, durch Ammonium bzw. Ammoniak wird die CH4-Oxidation gehemmt.
Tabelle 107: Emissionen von Methan in Deutschland
|
Emittentengruppen |
1990 |
1991 |
1992 |
1993 |
1994 |
1995 |
1996 |
1997 |
1998 |
1999 |
|
1.000 Tonnen |
||||||||||
|
Energie |
1775 |
1639 |
1602 |
1479 |
1338 |
1306 |
1221 |
1171 |
1060 |
1008 |
|
Kraftstoffverbrennung |
214 |
167 |
139 |
130 |
119 |
109 |
106 |
97 |
87 |
81 |
|
Gewinnung,
Verteilung von Brennstoffen |
1561 |
1472 |
1463 |
1349 |
1219 |
1197 |
1115 |
1074 |
973 |
927 |
|
Landwirtschaft |
1902 |
1679 |
1599 |
1572 |
1570 |
1559 |
1557 |
1512 |
1499 |
1469 |
|
Gärungsprozesse |
1248 |
1103 |
1043 |
1024 |
1024 |
1018 |
1016 |
983 |
970 |
949 |
|
Düngerverwendung |
630 |
552 |
531 |
523 |
520 |
515 |
515 |
503 |
503 |
494 |
|
Böden |
24 |
24 |
25 |
25 |
26 |
26 |
26 |
26 |
26 |
26 |
|
Abfallwirtschaft |
1894 |
1695 |
1453 |
1216 |
1114 |
1029 |
792 |
794 |
794 |
794 |
|
Gesamt
|
5571 |
5013 |
4654 |
4267 |
4022 |
3894 |
3570 |
3477 |
3353 |
3271 |
Quelle:
Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit (2001a)
Tabelle 108: Methanemissionen aus verschiedenen Böden
|
Nutzung bzw. Vegetationstyp |
Literaturquelle |
Emissionen
in g CH4/m2*a |
geschätzte Emissionen in
M-V in Tonnen
pro Jahr |
|
Buchenwald |
-0,01 bis -0,2 |
|
|
|
Fichtenwald |
-0,02 bis -0,07 |
|
|
|
Moorwald, Erlenbruch |
|
||
|
entwässert |
0,06* |
13,2* |
|
|
ungestört |
0,27* |
|
|
|
Acker |
|
||
|
Triticale |
-0,09 bis -0,1 |
|
|
|
Nachwachsende
Rohstoffe |
-0,07 |
|
|
|
Grünland |
|
||
|
Moor, naturnah |
30* |
2.410,5* |
|
|
Niedermoore |
|
||
|
entwässert |
0,47 |
|
|
|
nass |
1,41 |
|
|
|
überstaut |
39 |
|
|
|
Niedermoore |
|
||
|
extensives
Grünland |
0,06* |
61,0* |
|
|
halbintensives
Grünland |
0,06* |
83,9* |
|
|
intensives
Grünland, Acker |
0,06* |
13,2* |
|
|
Sölle (NO-Deutschland) |
|
||
|
schwach
eutrophe Uferzone |
0,03 bis 0,96* |
|
|
|
stark
eutrophe Uferzone |
1,58 bis 33* |
|
|
|
Salzwiesen |
0,03** |
|
|
* CH4-C-Emission
** Im Winter und Frühling
haben Salzwiesen eine Senkenfunktion für Methan.
Waldböden gelten im allgemeinen als Senken für Methan, diese Funktion kann jedoch unter Einfluss von Ammonium gehemmt sein. Je nach Grad der Stickstoffsättigung ist eine Senken- oder Quellenfunktion möglich. Auch unter teilanaeroben und anaeroben Bedingungen können Waldböden eine Methanquelle sein. Der Grad der Versauerung ist ebenfalls für die Funktion der Waldböden als Methan-Senke entscheidend. Saure Böden können weniger Methan aufnehmen, da die Versauerung auf die Populationen der CH4-oxidierenden Bakterien einwirkt.
Durch die Wiedervernässung von Niedermooren würden in Mecklenburg-Vorpommern jährlich schätzungsweise 2,3 Mio. Tonnen CH4 zusätzlich freigesetzt. 62,5 % der Moore in Mecklenburg-Vorpommern gelten als stark entwässert, weitere 34,7 % als schwach bis mäßig entwässert (Tabelle 11). Insgesamt führt eine Wiedervernässung jedoch zu einer Verminderung der Treibhausgasemissionen von umgerechnet 2,4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten (Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Umwelt M-V 1997).
Der Boden kann auch Quelle für andere umwelt- oder gesundheitsschädliche Stoffausträge sein. Die Intensität dieser Emissionen hängt unter anderem entschieden von der Nutzung bzw. Bewirtschaftung des Bodens ab.
So ist der Boden auch eine Quelle für die in der Atmosphäre nur in geringen Mengen vorkommenden Stickstoffoxide. Stickstoffoxide werden bei sauerstoffarmen Verhältnissen durch die mikrobielle Denitrifikation von Nitrat gebildet. Schätzungsweise werden weltweit zwischen 1 und 20 Mio. Tonnen NOx-N jährlich in die Atmosphäre abgegeben, die Böden haben hieran einen Anteil von 3,7 bis 29,8 %.
Tabelle 109: Weltweite Quellen von NOx
|
|
Drummond, Enhalt (1982) |
Crutzen (1983) |
Stedman, Shetter (1983) |
Logan (1983) |
|
Tg N pro Jahr |
||||
|
Verbrennung
fossiler Energieträger |
8-19 |
12-20 |
18-22 |
14-28 |
|
Verbrennung
von Biomasse |
6-16 |
10-40 |
2-15 |
4-24 |
|
Blitze |
2-8 |
1-10 |
2-6 |
2-20 |
|
Eintrag
aus der Stratosphäre |
1 |
1-15 |
1-2 |
<1 |
|
Böden |
1-10 |
k.A. |
5-20 |
4-16 |
|
Gesamt |
19-59 |
24-85 |
27-67 |
26-99 |
Quelle:
Conrad (1990)
Böden können je nach NO-Mischungsverhältnis eine Quelle oder Senke für Stickstoffmonoxid, welches z.B. zur Bildung troposphärischen Ozons beiträgt, darstellen. Bollmann et al. (1995) geben für einen sauerstoffarmen Ackerboden NO-Freisetzungsraten von 0,2 µg NO-N pro g Trockensubstanz und Stunde an.
Ammoniakverflüchtigungen können verstärkt stattfinden, wenn der Boden eine alkalische Reaktion aufweist und mit Ammoniak, Ammonium-Salzen oder organischen N-Düngern gedüngt wird. Die Intensität der NH3-Emission ist von der Form und Ausbringung der Dünger und vom Wassergehalt des Bodens abhängig. Bei einem pH-Wert von 8 werden 10 % des NH4+-Düngers in Ammoniak umgewandelt und freigesetzt (Schachtschabel et al. 1992).
Die Entwicklung der anthropogen verursachten NH3-Emissionen in Deutschland ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Die Reduktion um 140.000 Tonnen (18 %) zwischen 1990 und 1999 ist überwiegend durch den Abbau der Tierbestände in den neuen Bundesländern verursacht (Umweltbundesamt 2001). Der Anteil der von der Düngeranwendung und damit vom Boden abhängig ist, hat sich dagegen nicht verringert.
Tabelle 110: Anthropogene Emissionen von Ammoniak in Deutschland
|
Emittentengruppen |
1990 |
1991 |
1992 |
1993 |
1994 |
1995 |
1996 |
1997 |
1998 |
1999 |
|
1.000 Tonnen |
||||||||||
|
Tierhaltung |
655 |
- |
553 |
- |
539 |
533 |
534 |
524 |
525 |
517 |
|
Düngeranwendung |
75 |
- |
66 |
- |
71 |
71 |
70 |
72 |
76 |
76 |
|
Industrieprozesse |
18 |
- |
10 |
- |
8 |
10 |
10 |
9 |
9 |
9 |
|
Sonstige Quellen* |
17 |
- |
20 |
- |
21 |
21 |
22 |
22 |
22 |
22 |
|
Gesamt |
765 |
- |
649 |
- |
639 |
635 |
636 |
626 |
632 |
624 |
* Straßenverkehr, Feuerungsanlagen, DENOX-Anlagen in Kraftwerken.
Quelle: Umweltbundesamt (2001)
In Mecklenburg-Vorpommern könnte durch die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes jährlich die Emission von NH3 um insgesamt etwa 2.000 Tonnen verringert werden. Das entspricht in etwa einem Treibhauspotential von 300.000 Tonnen CO2-Äquivalenten (Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Umwelt M-V 1997). Auch für Ammoniak liegen keine konkreten Angaben über die Emissionen in Mecklenburg-Vorpommern vor.
Gasförmige Emissionen aus dem Boden von Altlasten, Altablagerungen und aus anderen schädlichen Bodenveränderungen sollen an dieser Stelle nicht behandelt werden. Diese Stoffausträge, die Pflanzen und möglicherweise auch die menschliche Gesundheit gefährden, sind in Kapitel 4.2.3 kurz angesprochen.