Die Forstverwaltung unterhält seit 1986 im Wald Boden-Dauerbeobachtungsflächen (BDF-F), die einer vergleichbaren Zielsetzung wie die BDF-L dienen. Darüber hinaus verfolgt die Landesforstverwaltung mit der Unterhaltung der BDF-F folgende weitere Ziele:
· Erfassung des Zustandes und langfristige Überwachung der Entwicklung ausgewählter, flächenhaft bedeutender, sensitiver Waldökosysteme.
· Abschätzung der Risiken für die Überlastung der Selbstregulierungsmechanismen der Wälder.
· Beurteilung der Gefahren, die sich aus der Waldentwicklung für Umwelt und nachhaltige Gewährleistung der Waldfunktionen ergeben könnten.
Karte 6: Boden-Dauerbeobachtung auf forstlich genutzten Flächen
Die Landesforstverwaltung nutzt die Beobachtungsdaten:
· zur Information der Öffentlichkeit über die Umweltsituation im Wald.
· um Wald- und Bodenschutzmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten zu können.
· zur Erfolgskontrolle ihrer waldbaulichen Handlungen.
Hinsichtlich des Methodengefüges sind Unterschiede gegenüber den BDF-L zu verzeichnen.
· Die Flächengröße richtet sich nach dem Standraum von 100 Bäumen, die der Vitalitätserhebung dienen und beträgt zwischen 600-1200 m2.
· Die Profilbeschreibung richtet sich nach Standortskartierungsanweisung SEA 95.
· Die Bodenprobenahme erfolgt ausschließlich horizontweise am Bodenprofil. Flächenhafte Mischproben werden nicht entnommen.
· Bodenproben werden im Labor nach Standardmethoden der forstlichen Standortskartierung untersucht. Der Untersuchungsrahmen Bodenphysik ist dem der BDF-L vergleichbar. Hinsichtlich der Bodenchemie beschränken sich Untersuchungen auf pflanzenverfügbare Makronährstoffe, Gesamtgehalte Ca, Mg, Na, K, C, P und N und Parameter für den Säure-/ Basenstatus. Schwermetalle werden nicht untersucht.
Wie die BDF-L wurden auch die BDF-F in einem landesweiten, stratifizierten Stichprobenetz angelegt. Nur die Hauptbaumarten Kiefer, Rotbuche und Eiche auf im Wald weit verbreiteten anhydromorphen Standorten werden beobachtet.
Auf den 61 BDF-F (Karte 6) wurden/werden nachstehende Erhebungen und Probenahmen durchgeführt:
·
Boden
Profilanlage im Zentrum der Bodendauerbeobachtungsfläche, Profilbeschreibung und horizontweise Bodenprobenahme 1986-89, Wiederholungsauf- und Probenahmen 1991-95 sowie 1999-2000.
Wiederholungsauf- und Probenahmen zukünftig alle 10 Jahre.
· Waldernährung
Nadel/Blattprobenahme aus der belichteten Oberkrone von 3 Probebäumen in der unmittelbaren Umgebung der Bodendauerbeobachtungsfläche in den Jahren 1986-89, 1993 und 1999.
Nadel/Blattprobenahme zukünftig alle 5 Jahre.
· Waldvitalität
Ab 1986 jährliche Kronenzustandsansprache an 30 Bäumen nach der Aufnahmemethodik der Ökologischen Waldzustandskontrolle (ÖWK).
Ab 1999 und zukünftig jährliche Kronenzustandsansprache nach Aufnahmemethodik der bundesweiten Waldzustandserhebung (WZE).
· Vegetation
1986-89, 1991-95 sowie 1999-2000 im Zusammenhang mit der Bodenaufnahme Bestimmung aller Arten und Schätzung des Deckwertes der vorkommenden Gefäßpflanzen und Moose in %-Stufen innerhalb der Baumschicht 1 und 2, Strauchschicht, Krautschicht und Moosschicht.
Wiederholungsaufnahmen zukünftig alle 10 Jahre zusammen mit der Bodenaufnahme.
·
Kronenstruktur
Kronenstrukturansprache an der winterkahlen Krone von 30 Aufnahmebäumen auf allen Rotbuchen- und Eichenflächen im Jahre 1999.
Wiederholungsaufnahmen zukünftig alle 5 Jahre.
·
Waldwachstum
Waldwachstumskundliche Grundaufnahme aller Bäume auf allen Flächen 1995.
Wiederholungsaufnahmen zukünftig alle 10 Jahre.
Ergebnisse der ersten 15jährigen Beobachtungsperiode wurden durch das forstliche Versuchswesen aufbereitet und sollen im Jahre 2002 vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern in einem Bericht BDF-F veröffentlicht werden.
Neben den landeseigenen BDF-F existieren innerhalb der Waldfläche Mecklenburg-Vorpommerns zusätzlich 74 Aufnahmeflächen der Bundesweiten Bodenzustandserhebung im Wald (BZE). Die Forstverwaltung Mecklenburg-Vorpommern hat sich, wie die Forstverwaltungen der anderen Bundesländer 1992 an der BZE beteiligt.
Mit der BZE sollten aktuelle, bundesweit vergleichbare Daten über den Bodenzustand im Wald erhoben werden.
Das Methodenkonzept richtet sich nach der Arbeitsanleitung BZE (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 1990).
Ein Ergebnisbericht wurde 1996 vom Ministerium für Landwirtschaft und Naturschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Ministerium für Landwirtschaft und Naturschutz des Landes M-V 1996) veröffentlicht.
Der Zeitpunkt einer Wiederholungsaufnahme ist unbestimmt.
Die folgende Tabelle zeigt die statistischen Kennwerte der Spurenmetallgehalte in den Böden der forstlichen Bodendauerbeobachtungsflächen im Jahre 1986.
Tabelle 30: Spurenmetallgehalte der BDF-F im Jahre 1986 in mg/kg
|
|
Cu |
Mo |
Zn |
Pb |
|
|
N |
Gültig |
26 |
27 |
27 |
27 |
|
Fehlend |
277 |
276 |
276 |
276 |
|
|
Mittelwert |
|
7,94 |
1,53 |
32,33 |
60,94 |
|
Standardfehler Mittelwert |
|
0,59 |
0,13 |
1,77 |
4,02 |
|
Standardabweichung |
|
2,99 |
0,66 |
9,20 |
20,88 |
|
Minimum |
|
4,20 |
0,55 |
19,00 |
26,00 |
|
Maximum |
|
14,10 |
3,65 |
63,00 |
105,00 |
|
Perzentile |
25 |
5,60 |
0,98 |
25,00 |
45,00 |
|
50 |
6,80 |
1,58 |
32,00 |
57,20 |
|
|
75 |
10,70 |
1,93 |
37,00 |
76,20 |
|
|
90 |
13,00 |
2,14 |
41,20 |
92,20 |
|
Quelle: LFG