Zwischen 1995 und 2000 hat sich der Anteil der Landwirtschaftsfläche in Mecklenburg-Vorpommern um 0,4 %-Punkte verringert. Das entspricht einer Abnahme von 81,4 km² (Statistisches Landesamt M-V 2001b).
Seit 1993 ist der Anteil dieser Hauptnutzungsart in der Bundesrepublik Deutschland um 0,6 %-Punkte zurückgegangen (Umweltbundesamt 2001). Dies setzte den Trend der Vergangenheit fort, landwirtschaftliche Anbaufläche, insbesondere im Umland von städtischen Verdichtungsräumen, in Siedlungs- oder Verkehrsfläche umzuwandeln. Die Aufforstungen trugen in geringen Maße zu dieser Abnahme bei. In der Abbildung 9 wird eine regional differenzierte Prognose für diese Entwicklung aufgezeigt. Es ist zu erkennen, dass insbesondere Gebiete mit weniger guten Voraussetzungen für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung, eine stark überdurchschnittliche Wahrscheinlichkeit der Umwidmung der landwirtschaftlichen Flächen in Wald aufweisen. Hierbei handelt es sich um Hoch- und Mittelgebirgslagen und um Teile von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
Abbildung 9: Rückzugswahrscheinlichkeit der Landwirtschaft


Quelle: Bundesamt für Bauwesen und
Raumordnung (2001)
Die Tabelle 15 stellt die Zunahmen und Abnahmen der einzelnen landwirtschaftlichen Nutzungsarten dar.
Die im Gegensatz
zur Tabelle 8 veränderten
Flächengrößen für die einzelnen landwirtschaftlichen Nutzungen resultieren aus
der Tatsache, dass die hier zugrundegelegte Bodennutzungshaupterhebung nur landwirtschaftliche
Betriebe mit einer Größe über 1 ha erfasst. Das bedeutet, dass sich die
landwirtschaftlich genutzte Fläche, die nicht Betrieben über 1 ha zuzuordnen
ist, erheblich verringert hat.
Die Fläche des Ackerlandes (der Betriebe über 1 ha) nahm im Jahr 2000 gegenüber dem Vorjahr um 54 km² zu und die des Grünlandes um 13 km² ab. Insgesamt konnte eine um 42 km² größere landwirtschaftlich genutzte Fläche ausgewiesen werden. Der Ackerflächenanteil betrug 79,2 % und der Anteil der Grünlandfläche 20,5 %.
Die Getreidenutzung (6.218 km²) hatte im Jahr 2000 den größten Anteil an der Ackernutzung. Den größten Anteil an der Dauergrünlandnutzung hatten die Weiden (2.012 km²).
Tabelle 15: Landwirtschaftlich genutzte Fläche der landwirtschaftlichen Betriebe in M-V*
|
Nutzungsart |
2000 |
1999 |
1991 |
Veränderung 2000 |
||||
|
km² |
% LF |
km² |
% LF |
km² |
% LF |
zu 1999 |
zu 1991 |
|
|
Ackerland |
10.821 |
79,2 |
10.767 |
79,0 |
10.118 |
77,9 |
+0,5 |
+7,0 |
|
davon Getreide |
6.218 |
45,5 |
5.803 |
42,6 |
5.059 |
38,9 |
+7,2 |
+22,9 |
|
Ölfrüchte |
2.047 |
15,0 |
2.240 |
16,4 |
1.346 |
10,4 |
-8,6 |
+52,1 |
|
Hackfrüchte |
455 |
3,3 |
474 |
3,5 |
668 |
5,1 |
-4,0 |
-31,9 |
|
Hülsenfrüchte |
206 |
1,5 |
269 |
2,0 |
30 |
0,2 |
-23,4 |
+586,7 |
|
Futterpflanzen |
890 |
6,5 |
978 |
7,2 |
1.740 |
13,4 |
-9,2 |
-48,9 |
|
andere Früchte |
62 |
0,5 |
65 |
0,5 |
132 |
1,0 |
-4,6 |
-53,0 |
|
Brache, |
944 |
6,9 |
926 |
6,8 |
1.143 |
8,8 |
+1,9 |
-17,4 |
|
Dauergrünland |
2.810 |
20,5 |
2.823 |
20,7 |
2.808 |
21,6 |
-0,5 |
0,1 |
|
davon Wiesen |
750 |
5,5 |
842 |
6,2 |
963 |
7,4 |
-11,0 |
-22,1 |
|
Weiden |
2.012 |
14,7 |
1.936 |
14,2 |
1.743 |
13,4 |
+4,0 |
+15,4 |
|
Streuwiesen, |
49 |
0,4 |
45 |
0,3 |
102 |
0,8 |
+9,0 |
-52,0 |
|
Obstanlagen |
22 |
0,2 |
22 |
0,2 |
43 |
0,3 |
±0 |
-48,9 |
|
sonstige
Flächen** |
14 |
0,1 |
12 |
0,1 |
23 |
0,2 |
+17,0 |
-39,1 |
|
LF gesamt |
13.667 |
100,0 |
13.625 |
100,0 |
12.991 |
100,0 |
+0,3 |
+5,2 |
* Betriebe ab 1 ha
landwirtschaftlich genutzter Fläche
** Haus- und Nutzgärten,
Baumschulen, Korbweiden-, Pappelanlagen, Weihnachtsbaumkulturen
Quelle: Statistisches
Landesamt M-V (2001a)
Die Trends der Vorjahre wurden im Jahr 2000 nicht generell fortgesetzt. Auffällig ist die erneute Ausdehnung des Getreideanbaues auf den mit 6.218 km² höchsten Stand der letzten zehn Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr rückläufig entwickelten sich die Flächenanteile bei Hülsenfrüchten, Ölfrüchten, Hackfrüchten und beim Feldfutter.
Des Weiteren konnte man bei der Nutzung Ackerland nur für die Stillegungsflächen eine leichte Flächenzunahme verzeichnen. Diese Aussagen gelten nicht nur für Mecklenburg-Vorpommern, sondern zeigen sich auch bundesweit.
Der Anteil der Wiesen hat sich zwischen 1999 und 2000 um 0,7 %-Punkte verringert. Im Gegensatz zu den Weide-Grünländern und Streuwiesen, welche beide eine Flächenzunahme verzeichnen konnten.
Im Zeitraum von 1995 bis 2000 ist der Anteil der Waldfläche an der Gesamtfläche Mecklenburg-Vorpommerns um 0,1 %-Punkt gestiegen. Das entspricht einer Flächenzunahme von 26,6 km² (Statistisches Landesamt M-V 2001b).
Die Landesforstverwaltung weist in ihrer Waldbilanz einen höheren Waldzuwachs aus, hier wird von einer Vergrößerung der Waldfläche zwischen 1990 und 2000 um 49,01 km² ausgegangen (1995-1999: 34,8 km²) (Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei des Landes M-V 2001a).
Tabelle 16: Waldflächenbilanz Mecklenburg-Vorpommern
|
|
Neuaufforstungen |
Waldumwandlungen |
Waldbilanz |
|
ha |
|||
|
1990 |
168 |
- |
168 |
|
1991 |
53 |
46 |
7 |
|
1992 |
160 |
21 |
139 |
|
1993 |
146 |
20 |
126 |
|
1994 |
267 |
23 |
244 |
|
1995 |
499 |
48 |
451 |
|
1996 |
798 |
49 |
749 |
|
1997 |
915 |
36 |
879 |
|
1998 |
711 |
41 |
670 |
|
1999 |
766 |
33 |
733 |
|
2000 |
816 |
81 |
735 |
|
Gesamt |
5.299 |
398 |
4.901 |
Quelle: Ministerium für
Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei M-V (2001a)
Der Anteil der Waldfläche ist in der Bundesrepublik Deutschland seit 1993 ebenfalls um 0,2 %-Punkte gestiegen, von 29,2 % auf 29,4 % (Umweltbundesamt 2001).
In Mecklenburg-Vorpommern ist bei der Nutzung des Bodens für Siedlungs-
und Verkehrszwecke der höchste Anstieg zu erkennen. Der Anteil an der gesamten
Landesfläche stieg im Zeitraum von 1995 bis 2000 von 6,2 % auf 6,8 %,
das entspricht einer Zunahme der Flächengröße von 132,2 km² (Statistisches
Landesamt M-V 2001b).
Die Nutzung als Gebäudefläche mit den dazugehörigen Freiflächen hatte
einen Zuwachs um 6,5 % zu verzeichnen. Die Flächen für Gewerbe und
Industrie sowie für die Land- und Forstwirtschaft haben sich zwischen 1997 und
2000 verringert, wohingegen für Wohnflächen, Flächen für öffentliche Zwecke,
Flächen für Handel und Dienstleistungen und andere Gebäudeflächen eine Zunahme
eintrat.
Betriebsflächen haben im Zeitraum 1997 bis 2000 kontinuierlich
zugenommen, wobei die Größe des Abbaulandes im Gegensatz zu den anderen
Nutzungen etwa gleich geblieben ist.
Die Erholungsfläche hat in diesem Zeitraum um 35 km² zugenommen.
Bei der Verkehrsfläche stagnierte die Flächengröße für Bahngelände, die
Fläche für die Nutzung Straße nahm ab und bei den Flächen für Wege, Plätze,
Flugplätze, Schiffsverkehr und Verkehrsbegleitfläche konnte ein Zuwachs
registriert werden.
Es wurden im Jahr 2000 durchschnittlich 8,3 ha pro Tag in Siedlungs-
und Verkehrsfläche umgewandelt (1999: 8,6 ha pro Tag). Zwischen den Jahren
1995 und 1997 betrug dieser Flächenverbrauch 3,2 ha pro Tag. Dies ist nicht mit
der Versiegelung von Flächen gleichzusetzen, da bei der Umwandlung in
Siedlungs- und Verkehrsflächen auch Freiflächen geschaffen werden.
Seit 1993 hat sich der Anteil der Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke in der Bundesrepublik Deutschland um 0,5 %-Punkte auf 12,2 % gesteigert. Der Anteil von Siedlungs- und Verkehrsflächen betrug in den alten Bundesländern 1950 lediglich 7,5 %. 1985 waren es schon 12,5 %.
Tabelle 17: Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland in km²
|
|
1993 |
1997 |
1998 |
1999 |
2000 |
|
Siedlungs-
und Verkehrsfläche |
40.305 |
42.052 |
42.503 |
42.976 |
43.447 |
Quelle: Statistisches
Bundesamt (2001b)
Der tägliche Verbrauch von Freiflächen für Siedlungszwecke steigerte sich in den alten Bundesländern zwischen 1985 und 1993 von 94 ha auf ca. 120 ha. Im Durchschnitt der Jahre 1993 bis 1997 betrug der Flächenverbrauch in den alten und neuen Bundesländern zusammen ebenfalls 120 ha pro Tag. Bis 1999 ist dieser Wert auf 130 ha pro Tag angestiegen. 2000 lag er bei 129 ha pro Tag (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung 2001).
Mecklenburg-Vorpommern hatte 1999 mit dem festgestellten Flächenverbrauch von 8,6 ha pro Tag einen Anteil von 6,7 % am gesamten Flächenverbrauch in Deutschland. Dieser Anteil ist geringfügig höher als der Flächenanteil Mecklenburg-Vorpommerns an der gesamten Bundesfläche (6,5 %).
Im Bundesmittel ist die
Siedlungs- und Verkehrsfläche je Einwohner zwischen 1997 und 2000 von 513 m²
auf 529 m² angestiegen. Die neuen Bundesländer (mit Berlin) hatten 1999
mit 567 m² (1997: 535 m²) eine größere Siedlungs- und Verkehrsfläche je
Einwohner zu verzeichnen als die alten Bundesländer (519 m²; 1997:
507 m²). Auf der einen Seite ist dies eine Folge des Bevölkerungsrückgangs
in den neuen Bundesländern, auf der anderen Seite lag aber auch die
Neuinanspruchnahme je Einwohner 1999 um fast 50 % höher als in den alten
Bundesländern (Bundesamt für Bauwesen und
Raumordnung 2001).
In Mecklenburg-Vorpommern lag die Siedlungs- und Verkehrsfläche je
Einwohner 1999 bei 865,5 m², 1995 waren es nur 793,6 m². Diese hohen
Werte lassen sich durch die Besonderheiten eines dünnbesiedelten Flächenlandes
erklären. Ein direkter Vergleich der Siedlungs- und Verkehrsfläche je
Einwohner mit anderen Bundesländern ist somit nicht möglich.
Die Siedlungs- und Verkehrsfläche je Einwohner ist jedoch nicht gleichmäßig über alle Regionstypen verteilt. Kernstädte und andere verdichtete Räume haben generell eine geringere Fläche je Einwohner aufzuweisen als das ländliche Umland oder gering verdichtete Regionen. Das heißt, bei abnehmender Siedlungsdichte steigt die Flächeninanspruchnahme pro Kopf. Die folgende Abbildung zeigt für Deutschland die unterschiedliche Flächeninanspruchnahme in den verschiedenen Regionstypen.
Abbildung 10: Siedlungs- und Verkehrsfläche je Einwohner 2000

Quelle: Bundesamt für Bauwesen und
Raumordnung (2001)
Die Neuinanspruchnahme an Siedlungs- und Verkehrsfläche je Einwohner lag in Mecklenburg-Vorpommern in den Jahren 1995 bis 1997 bei durchschnittlich 6,4 m² pro Jahr. 1999 betrug sie 17,6 m². Auch hier ist wieder anzumerken, dass es sich hierbei nicht um die versiegelte Fläche handelt. In Gesamtdeutschland betrug diese Neuinanspruchnahme je Einwohner im Jahr 1999 etwa 5,7 m² pro Jahr.
Auch die Neuinanspruchnahme an Siedlungs- und Verkehrsfläche je Einwohner lässt sich regional differenzieren. Kernstädte haben mit ca. 1 m² pro Einwohner eine geringere Siedlungsflächenzunahme pro Jahr als ländliche Räume (ca. 10 m²) (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung 2001).
Für den Anteil der Siedlungs- und
Verkehrsfläche wird bundesweit bis zum Jahr 2010 eine abgeschwächte, aber
kontinuierliche Steigerung auf 13,4 % prognostiziert (Bundesamt für Bauwesen und
Raumordnung 2001). Um dieser Entwicklung
entgegenzuwirken hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit im Rahmen der Erarbeitung des Umweltbarometers die
Zielvorgabe formuliert, die Flächeninanspruchnahme
auf 30 ha pro Tag bis 2020 zu
reduzieren.
Für das Land Mecklenburg-Vorpommern würde dies eine Abnahme der Umwidmung in Siedlungs- und Verkehrsflächen auf etwa 2 ha pro Tag bedeuten. Das entspräche einer Fläche von 7,3 km² pro Jahr, etwa einem Viertel der jetzigen 30,3 km² pro Jahr.
Tabelle 18: Zunahmen und Abnahmen der einzelnen Flächennutzungen in M-V
|
Nutzungsart |
Veränderung 1995-1999 |
|
|
km² |
% |
|
|
Gebäude-
und Freifläche |
49,5 |
6,5 |
|
Betriebsfläche |
14,2 |
30,3 |
|
Erholungsfläche |
35,4 |
70,1 |
|
Verkehrsfläche |
33,2 |
5,7 |
|
Straße, Weg, Platz |
20,7 |
4,0 |
|
Landwirtschaftsfläche |
-81,4 |
-0,5 |
|
Waldfläche |
26,6 |
0,5 |
|
Wasserfläche |
6,3 |
0,5 |
|
Flächen
anderer Nutzung |
-81,3 |
-14,8 |
|
Unland |
12,8 |
6,7 |
|
Bodenfläche
insgesamt |
2,2 |
<0,1 |
|
darunter |
|
|
|
Siedlungs-
und Verkehrsfläche |
132,2 |
9,1 |
Quelle: Statistisches
Landesamt M-V (1996, 2000, 2001b)