2.4      Bodennutzung

2.4.1    Struktur der Flächennutzung

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hatte nach Angaben des Landesvermessungsamtes (Automatisiertes Liegenschaftsbuch - ALB) im Jahr 2000 eine Gesamtfläche von 23.172,5 km². Das entspricht einem Anteil an der Fläche der Bundesrepublik Deutschland (357.028 km²) von 6,5 %.

 

Hiervon wurden im Jahr 2000 insgesamt 1276,3 km² als Wasserfläche ausgewiesen. Mit 5,5 % hat Mecklenburg-Vorpommern gegenüber den anderen Bundesländern den höchsten Anteil an Gewässerflächen. Die Wasserfläche nahm 1997 in der Bundesrepublik Deutschland mit 7.934 km² einen Anteil von 2,2 % an der Bodenfläche ein.

 

Die übrigen 94,5 % der Fläche Mecklenburg-Vorpommerns, die terrestrische Landfläche, fallen unter das Bundes-Bodenschutzgesetz. Diese Fläche lässt sich in folgende Nutzungen untergliedern.

 

2.4.1.1 Landwirtschaftlich genutzte Fläche

Die Landwirtschaftsfläche Mecklenburg-Vorpommerns hat 2000 mit 14.905,8 km² den größten Anteil an der Landesfläche, er betrug 64,3 % und lag damit deutlich höher als der Bundesdurchschnitt (siehe Abbildung 8).

Nach Angaben der Flächenerhebung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahre 1997, nimmt die Landwirtschaftsfläche (einschließlich Moor und Heide) mit 193.136 km² 54,1 % der Bodenfläche Deutschlands ein. Im früheren Bundesgebiet ist der Anteil der Landwirtschaftsfläche an der Bodenfläche mit 52,8 % kleiner als in den neuen Bundesländern (57,2 %).

 

In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit mehr als 90.000 ha, das sind 6,6 % der landwirtschaftlichen Fläche, nach den EU-Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. 16,5 % der so bewirtschafteten Flächen Deutschlands liegen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Ländervergleich steht Mecklenburg-Vorpommern sowohl bei der absoluten Größe der ökologisch bewirtschafteten Flächen (nach Bayern) wie auch beim Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche (nach Hessen) an zweiter Stelle (Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei des Landes M-V 2001c).

 

Von der gesamten Landwirtschaftsfläche Mecklenburg-Vorpommerns sind 28,7 % zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Nutzung dräniert[1], das entspricht einer Fläche von 4.284 km² (Krüger 1999). Der Anteil der gedränten Flächen an der gesamten entwässerten Fläche wird mit 51 % angegeben, auf über 4.000 km² wird somit die Grabenentwässerung als grundwasserregulierende Maßnahme eingesetzt (Landesamt für Umwelt und Natur M-V 1996).

Mecklenburg-Vorpommern hat damit unter den neuen Bundesländern den höchsten Anteil an Dränflächen. Insgesamt sind in den fünf neuen Bundesländern zwischen 1960 und 1989 12.730 km² landwirtschaftliche Nutzfläche dräniert worden. Darüber hinaus waren Anfang der 90er Jahre noch auf 2.000 km² Dränagesysteme vorhanden, die vor 1960 angelegt wurden (Krüger 1999).

Zu erwähnen sei hier auch die Polderung großer Grünlandbereiche und die Errichtung von Schöpfwerken zur Absenkung des Grundwasserstandes. Im Jahre 1991 pumpten 571 Schöpfwerke Wasser aus einer Fläche von mehr als 1.300 km² (Umweltministerium M-V 2000).

 

Etwa 140 km² der landwirtschaftlichen Nutzfläche Mecklenburg-Vorpommerns sind derzeit als Beregnungsfläche[2] erschlossen. Davon werden etwa 42 km² jährlich genutzt. Die Beregnungsfläche je Betrieb liegt zwischen 0,02 und 15 km² (Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei M-V 2001). Die Beregnungsfläche hat einen Anteil von 0,9 % an der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Nach Auffassung der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei besteht ein großer Nachholbedarf bei der Neuinstallation von Beregnungsmaschinen. Die Zusatzwassermenge beträgt z.B. im Kartoffelanbau bis zu 150 mm und im Gemüseanbau bis zu 300 mm.

Im gesamten Bundesgebiet wird die 1998 für Bewässerungen erschlossene Fläche auf etwa 5.000 km² geschätzt, wovon 2.370 km² tatsächlich bewässert werden (Statistisches Bundesamt 2001a). Das entspricht einem Anteil von 2,6 bzw. 1,2 % an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Im relativ regenreichen Jahr 1998 lagen die Bewässerungsgaben im Durchschnitt bei 58 mm.

 

 

2.4.1.2 Forstwirtschaftlich genutzte Fläche

Von der Gesamtfläche Mecklenburg-Vorpommerns sind 4.941,8 km² Waldfläche. Der Anteil ist mit 21,3 % geringer als im Bundesgebiet. Dort bedeckte Wald im Jahr 1997 104.915 km² der Bodenfläche (29,4 %). In Mecklenburg-Vorpommern handelte es sich überwiegend, aber mit abnehmender Tendenz, um Nadelwald.

 

Tabelle 2: Baumartenanteile in Mecklenburg-Vorpommern

Baumart

Anteil in % der Waldfläche

1992

2000

Kiefer

45,4

44,2

Fichte

10,2

9,4

Lärche

3,5

3,5

sonstige Nadelbaumarten

2,1

1,7

Nadelbaumarten gesamt

61,2

58,8

Buche

11,0

11,6

Eiche

6,3

7,2

sonstige Hartlaubbaumarten

5,1

5,7

Roterle

6,7

6,9

Pappel

1,0

1,3

sonstige Weichlaubbaumarten

8,7

8,6

Laubbaumarten gesamt

38,8

41,2

Quelle: Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei M-V (2001a)

 

 

2.4.1.3 Fläche für Siedlungs- und Verkehrszwecke

Der Anteil Siedlungs- und Verkehrsfläche betrug 2000 mit 1.578,98 km² 6,8 % und lag damit weit unter dem Bundesdurchschnitt von 12,2 %. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche umfasst hierbei die im weitesten Sinne durch Siedlungstätigkeit genutzte Fläche, d.h. unter anderem die Siedlungsflächenarten Gebäude- und Freiflächen für Wohnen, für öffentliche Zwecke, für Handel und Dienstleistungen und für Gewerbe und Industrie sowie Betriebsflächen (Abbauland, Entsorgungsanlagen), Erholungsflächen und Verkehrsflächen (Straßen, Bahngelände, Flugplätze, Verkehrsbegleitfläche). Dies sind nicht nur versiegelte Flächen, sondern insbesondere bei den Erholungs- und Betriebsflächen auch Freiflächen.

43.447 km² oder 12,2 % der Bodenfläche Deutschlands dienten 2000 Siedlungs- und Verkehrszwecken (Statistisches Bundesamt 2001b). Mecklenburg-Vorpommern hat einen Anteil an der Gesamtdeutschen Siedlungs- und Verkehrsfläche von 3,6 %.

 

Im früheren Bundesgebiet ist der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche mit 13,3 % deutlich höher als in den neuen Ländern (8,4 %). Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Bodenfläche liegt in den Stadtstaaten Berlin (66,7 %), Hamburg (56,6 %) und Bremen (53,9 %) am höchsten.

 

Abbildung 7: Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Fläche in % 1996


Quelle: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (2000)

 


Die Siedlungs- und Verkehrsfläche setzt sich in Mecklenburg-Vorpommern (Bundesgebiet dazu im Vergleich) zu 51,7 % (51,7 %) aus Gebäude- und dazugehörigen Freiflächen, zu 39,0 % (39,8 %) aus Verkehrsflächen, zu 5,4 % (5,9 %) aus Erholungsflächen und zu 3,9 % (2,6 %) aus Betriebsflächen bzw. aus sonstigen Flächen zusammen.

 

In Mecklenburg-Vorpommern handelt es sich laut der siedlungsstrukturellen Typisierung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung bei der Stadt Rostock um eine Kernstadt, die Kreisregion Nordwestmecklenburg (einschließlich Schwerin und Wismar) ist als „ländliche Kreise mit hoher Dichte im ländlichen Raum“ ausgewiesen. Bad Doberan und Güstrow sind ländliche Kreise eines verstädterten Raumes und alle anderen Kreisregionen[3] gelten als ländliche Kreise mit geringer Dichte.

 

Tabelle 3: Siedlungsstrukturelle Kreistypen in Mecklenburg-Vorpommern 1999

 

Fläche

Bevölkerung

Einwohner
je km²

km²

%

Kernstadt

181

0,8

203.279

1.125

Ländliche Kreise eines verstädterten Raumes und Ländlich verdichtete Kreisregionen

5.666

24,4

501.723

89

Ländliche Kreisregionen mit geringer Dichte

17.324

74,8

1.084.320

63

Mecklenburg-Vorpommern

23.171

100

1.789.322

77

Quelle: Statistisches Landesamt M-V (2000)

 

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gesamtfläche dieser unterschiedlichen Kreistypen ist in Tabelle 4 wiedergegeben. Rostock hat erwartungsgemäß mit 35,9 % den größten Prozentsatz Siedlungs- und Verkehrsfläche zu verzeichnen. Aber dieser Anteil ist im Vergleich mit anderen Städten (Bremen, Hamburg, Berlin s.o.) relativ gering.

 

Tabelle 4: Siedlungs- und Verkehrsfläche und Anteil an der Gesamtfläche verschiedener Kreistypen in M-V 1999

 

Gebäude- und Freifläche

Verkehrs-fläche

Erholungs-fläche

Betriebs-fläche

Gesamt

km²

%

km²

%

km²

%

km²

%

km²

%

Kernstadt

39,4

21,8

13,4

7,4

9,4

5,2

1,8

1,0

64,0

35,9

Ländliche Kreise eines verstädterten Raumes und Ländlich verdichtete Kreisregionen

228,4

4,0

149,8

2,6

18,8

0,3

16,8

0,3

413,8

7,3

Ländliche Kreisregionen mit geringer Dichte

541,8

3,1

441,5

2,6

46,2

0,3

41,2

0,2

1.070,7

6,2

Mecklenburg-Vorpommern

809,6

3,5

604,7

2,6

74,5

0,3

59,8

0,3

1.548,5

6,7

Quelle: Statistisches Landesamt M-V (2000) und Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (2001)

 

Insgesamt ist die Siedlungs- und Verkehrsfläche in der Bundesrepublik Deutschland nur etwa zur Hälfte versiegelt. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (2001) entspricht das etwa 21.000 km² oder 6 % des Bundesgebietes. Entsprechende Daten zu Mecklenburg-Vorpommern liegen nicht vor.

 

 

Der Grad der Bodenversiegelung ist nicht einheitlich über die Fläche verteilt, hochverdichtete Regionen (Kernstädte) haben generell einen höheren Versiegelungsgrad der Siedlungs- und Verkehrsfläche als ländliche Regionstypen. Insbesondere bei der Verkehrsfläche ist dieser Unterschied groß.

 

Tabelle 5: Schätzung der Versiegelungsgrade in % nach Siedlungsflächenarten und Regionstypen

 

Hochver-dichtet

Städtisch, verdichtet

Ländlich, verdichtet

Ländlich, peripher

Gesamt-fläche

Gebäude- und Freifläche

60

55

50

45

51,2

Verkehrsfläche

70

55

40

25

38,5

Erholungsfläche

35

30

25

20

33,2

Betriebsfläche

50

40

30

20

33,1

 

 

 

 

 

 

Gesamte Siedlungsfläche

60

54

48

42

48,7

Quelle: verändert nach Dosch (1996)

 

Dosch kommt 1996 in seinen Schätzungen zu einem Versiegelungsgrad von 5,5 % des gesamten Bundesgebietes, das entsprach einer versiegelten Fläche von 19.561 km².

 

Rechnerisch kommt man für Mecklenburg-Vorpommern bei einem Versiegelungsgrad der Siedlungs- und Verkehrsfläche von 48,7 % auf eine versiegelte Fläche von 754,4 km².

Eine detailliertere Abschätzung zeigt jedoch, dass in Mecklenburg-Vorpommern vermutlich weniger Fläche versiegelt ist. Unter Berücksichtigung des Anteils unterschiedlicher Siedlungs- und Verkehrsflächenarten an den jeweiligen Kreistypen, d.h. der Fläche der Siedlungs- und Verkehrsflächenarten in den verschiedenen Kreisregionen (Tabelle 4) und der Schätzung des Versiegelungsgrades unterschiedlicher Siedlungsflächenarten nach Dosch (1996) (Tabelle 5) gelangt man rechnerisch zu einer versiegelten Fläche von insgesamt 592,6 km². Das würde einem Anteil an der Gesamtfläche Mecklenburg-Vorpommerns von etwa 2,6 % entsprechen. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche wäre somit zu 38,3 % versiegelt. Hierbei handelt es sich wie erwähnt um extrapolierte Schätzwerte.

 

Tabelle 6: Schätzung der versiegelten Fläche in km² in Mecklenburg-Vorpommern

 

Kernstadt

Ländlich, verdichtet

Ländlich, peripher

Gesamt-fläche

Gebäude- und Freifläche

23,6

114,2

243,8

381,6

Verkehrsfläche

9,4

59,9

110,4

179,7

Erholungsfläche

3,3

4,7

9,2

17,2

Betriebsfläche

0,9

5,0

8,2

14,1

Gesamte Siedlungs- und Verkehrsfläche

37,2

183,8

371,6

592,6

Quelle: Eigene Berechnungen

 

Bei diesen oben genannten Untersuchungen wurde nicht definiert, ab wann eine Fläche als versiegelt gilt, d.h. die unterschiedliche Art der Versiegelung (qualitatives Ausmaß der Versiegelung) wurde nicht berücksichtigt. Die Intensität der Versiegelung drückt sich in den Abfluss- bzw. Versickerungsbeiwerten unterschiedlicher Belagsarten aus. Undurchlässige Versiegelungsarten (Asphalt, Beton, usw.) bedingen stärkere Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes als durchlässige Versiegelungsarten (Plattenbeläge, Kleinpflaster, usw.). Die Art des Unterbaues ist bei der Abschätzung der Qualität der Versiegelung ebenfalls zu berücksichtigen (Mohs und Meiners 1994).

 

Belagsarten werden von Mohs und Meiners in die folgenden vier Belagsklassen eingeteilt:

 

I      Asphalt-, Betondecken, durchlässige Beläge mit undurchlässigem Untergrund

II     Betonverbundpflaster, Plattenbeläge, Mittel- und Großpflaster, Klinker

III   Klein- und Mosaikpflaster

IV   Rasengittersteine, Schlacke, Kies-, Grand-, Tennenfläche, Schotterasen

 

Für verschiedene Siedlungs- und Verkehrsflächenarten sind dort die Anteile der einzelnen Belagsklassen aufgeführt.

 

Tabelle 7: Belagsklassenverteilung für ausgewählte Flächenarten in %

 

I

II

III

IV

Blockbebauung

46-64

17-29

3-13

1-19

Einzelhausbebauung

15-21

39-64

4-22

12-18

Industrie/Gewerbe

48-74

20-38

1

5-13

Straßen   Fahrbahn

68

26

4

2

              Gehweg

2

39

43

16

Sportanlage

14-18

27-28

1-5

53-54

Quelle: verändert nach Mohs und Meiners (1994)

 

Diese Verteilung müsste bei einer exakten Beschreibung des Versiegelungsgrades zusätzlich berücksichtigt werden. Nur so lassen sich die verschiedenen Bodenfunktionen dann auch bewerten.

Auf die Belastungen durch Schadstoffe, die sich aus einer Versiegelung ergeben können, wird im Kapitel 4.2.2.9 näher eingegangen.

 

 

2.4.1.4 Zusammenfassung

Die folgende Abbildung zeigt noch einmal die Anteile der Hauptnutzungsarten an der Gesamtfläche Deutschlands und im Vergleich dazu den Anteil an der Fläche Mecklenburg-Vorpommerns.

 

Abbildung 8: Flächenanteile der verschiedenen Nutzungen


Quelle: Umweltbundesamt (2001) und Statistisches Landesamt M-V (2000)

 

 


Tabelle 8: Flächennutzung in Mecklenburg-Vorpommern

Nutzungsart

1995

1997

1998

1999

2000

Fläche

Anteil

km²

%

Gebäude- und Freifläche

767,4

780,6

801,1

809,6

816,9

3,5

Wohnen

.

167,0

201,3

211,8

218,8

0,9

öffentliche Zwecke

.

11,4

17,6

23,2

26,4

0,1

Handel und Dienstleistungen

.

5,8

10,2

12,3

13,7

0,1

Gewerbe und Industrie

.

304,9

276,9

259,5

248,8

1,1

Mischnutzung mit Wohnen

.

12,1

12,7

12,6

12,3

0,1

zu Verkehrsanlagen

.

1,4

2,2

3,1

3,3

<0,1

zu Versorgungsanlagen

.

1,3

2,5

3,0

3,4

<0,1

zu Entsorgungsanlagen

.

0,8

1,8

2,1

2,5

<0,1

Land- und Forstwirtschaft

.

244,4

231,5

226,4

221,5

1,0

Erholung

.

6,0

10,8

12,4

13,6

0,1

ungenutzt

.

13,9

24,2

34,4

44,5

0,2

nicht weiteruntergliedert

.

11,6

9,5

8,7

8,2

<0,1

Betriebsfläche

46,9

51,1

56,1

59,8

61,1

0,3

Abbauland

.

43,7

41,9

42,1

42,0

0,2

Entsorgungsanlage

.

1,9

4,5

5,8

6,4

<0,1

Versorgungsanlage

.

0,2

0,5

0,8

0,9

<0,1

Lagerplatz

.

2,6

3,4

4,1

4,4

<0,1

Halde

.

0,4

0,6

0,7

0,8

<0,1

ungenutzt

.

2,4

5,2

6,4

6,6

<0,1

Erholungsfläche

50,5

51,4

62,7

74,5

85,9

0,4

Verkehrsfläche

582,0

587,1

597,3

604,8

615,2

2,7

Straße

 

517,2

 

491,1

482,8

481,1

479,3

2,1

Weg

29,3

43,8

49,1

54,5

0,2

Platz

1,3

2,8

3,4

4,1

<0,1

Bahngelände

.

58,6

58,9

58,7

58,8

0,3

Flugplatz

.

6,1

7,6

9,7

15,2

0,1

Schiffsverkehr

.

0,2

0,8

0,9

0,9

<0,1

Verkehrsfläche ungenutzt

.

0,5

0,6

0,7

0,7

<0,1

Verkehrsbegleitfläche

.

.

0,1

1,2

1,7

<0,1

Landwirtschaftsfläche

14.987,2

14.975,1

14.944,3

14.924,9

14.905,8

64,3

Ackerland

.

10.904,7

10.887,4

10.874,9

10.868,9

46,9

Grünland

.

3.309,5

3.304,8

3.310,4

3.308,3

14,3

Gartenland

.

339,6

323,2

308,9

297,0

1,3

Obstanbaufläche

.

.

1,2

3,5

3,8

<0,1

Moor

.

0,1

3,2

3,2

3,5

<0,1

Heide

.

0,2

1,5

1,6

2,2

<0,1

Betriebsfläche

.

0,6

2,2

2,4

2,6

<0,1

Brachland

.

420,4

420,8

420,1

419,7

1,8

Waldfläche

4.915,2

4.918,8

4.925,6

4.923,9

4.941,8

21,3

Wasserfläche

1.270,0

1.270,5

1.271,6

1.274,3

1.276,3

5,5

Flächen anderer Nutzung

551,0

535,5

512,1

499,6

469,7

2,0

Friedhof

 

14,0

13,9

14,0

14,0

0,1

Unland

190,6

191,7

197,7

199,7

203,4

0,9

nicht weiteruntergliedert

 

329,8

300,5

286,0

252,3

1,1

Bodenfläche insgesamt *

23.170,3

23.170,1

23.170,9

23.171,4

23.172,5

100

darunter

 

Siedlungs- und Verkehrsfläche

1446,8

1.470,2

1.517,2

1.548,7

1.579,0

6,8

* Die Bodenfläche ergibt sich aus der Addition einer großen Zahl von Einzelflächen. Durch Neuvermessung kann es zu Änderungen der Summe kommen, auch wenn sich die Grenze des Landes nicht verschoben hat.

Quelle: Statistisches Landesamt M-V (1996, 2000, 2001a, 2001b).

 

 

2.4.1.5 Moorflächen und Zustand der Moore

Moore kommen in Mecklenburg-Vorpommern auf 2.929 km² vor und nehmen 12,6 % der gesamten Fläche ein. Die Ausstattung der einzelnen Landkreise mit Mooren ist sehr unterschiedlich. Den geringsten Anteil Moore an der Landkreisfläche hat Bad Doberan und den höchsten Anteil Ostvorpommern.

 

Tabelle 9: Mooranteile in den Landkreisen und kreisfreien Städten

Landkreis bzw. kreisfreie Stadt

Fläche

Anteil an Kreisfläche

 

Landkreis bzw. kreisfreie Stadt

Fläche

Anteil an Kreisfläche

ha

%

ha

%

Bad Doberan

9.553

7,0

Parchim

29.621

13,3

Demmin

28.902

15,0

Rügen

7.262

7,5

Güstrow

28.425

13,8

Uecker-Randow

31.568

19,8

Ludwigslust

25.993

10,3

Greifswald

1.214

24,3

Mecklenburg-Strelitz

19.393

9,3

Neubrandenburg

2.439

28,4

Müritz

19.102

11,1

Rostock

2.132

11,8

Nordvorpommern

24.673

11,4

Schwerin

617

4,7

Nordwestmecklenburg

17.048

8,2

Stralsund

161

4,1

Ostvorpommern

44.359

22,9

Wismar

471

11,2

 

 

 

Gesamt

292.933

12,6

Quelle: Umweltministerium M-V (2000)

 

Moore werden in der Bodennutzung nicht als eigene Kategorie ausgewiesen, da der Bodentyp Moor in der Regel mit anderen Nutzungen belegt ist. So wird in Mecklenburg-Vorpommern der größte Teil der Moore, knapp 90 %, mehr oder weniger intensiv landwirtschaftlich genutzt. Lediglich 2,8 % der Moorfläche Mecklenburg-Vorpommerns sind als naturnahes Moor ausgewiesen.

 

Tabelle 10: Nutzung der Moore in Mecklenburg-Vorpommern

Nutzung

Fläche

ha

%

naturnahes Moor

8.035

2,8

extensives Grünland

101.587

35,0

halbintensives Grünland

139.872

48,2

intensives Grünland, Acker

18.431

6,4

entwässerter Moorwald

22.053

7,6

Gesamt

289.978

100

Quelle: Landesamt für Umwelt und Natur M-V (1997a)

 

Die landwirtschaftliche Nutzung der Moore in Mecklenburg-Vorpommern beeinträchtigt in vielfältiger Weise den Bodentyp Moor. Die Bodenfunktionen, die ein intakter Moorboden erfüllt, werden durch die Entwässerung und Torfdegradation stark beeinträchtigt. Lediglich die Ertragsfunktion kann durch diese Meliorationsmaßnahmen kurz- bis mittelfristig gesteigert werden. Wie die Tabelle 11 zeigt, ist mit 62,5 % der überwiegende Teil der Moore in Mecklenburg-Vorpommern als „stark entwässert“ einzustufen, lediglich 2,8 % sind noch nicht entwässert worden.

 

Tabelle 11: Entwässerungsgrade der Moore in Mecklenburg-Vorpommern

Hydrologischer Moortyp

unentwässert

schwach entwässert,
mäßig entwässert

stark entwässert

ha

%

ha

%

ha

%

Regenmoor

51

1,73

776

26,26

2.128

72,01

Überflutungsmoor

2.049

6,05

9.563

28,25

22.240

65,70

Durchströmungsmoor

1.211

1,12

39.073

36,15

67.789

62,73

Kesselmoor

418

38,95

522

48,65

133

12,40

Quellmoor

47

1,25

2.080

55,29

1.635

43,46

Hangmoor

0

0

53

7,92

616

92,08

Versumpfungsmoor

697

1,40

14.337

28,86

34.646

69,74

Verlandungsmoor

3.614

3,90

34.818

37,50

54.410

58,60

Gesamtfläche

8.087

2,76

101.222

34,72

183.597

62,52

Quelle: Landesamt für Umwelt und Natur M-V (1997a)

 

Die Torfdegradation in den Mooren hängt eng mit der Entwässerung zusammen (s. auch Kapitel 2.3.6). In einem trockengelegten Moor vererdet die Torfsubstanz stetig, bis sie am Ende dieses Prozesses vermulmt. 57,5 % der Moore Mecklenburg-Vorpommerns befinden sich bereits in diesem Stadium.

 

Tabelle 12: Torfdegradationsgrade der Moore in Mecklenburg-Vorpommern

Hydrologischer Moortyp

keine

vererdet

vermulmt

ha

%

ha

%

ha

%

Regenmoor

48

1,6

1.207

40,9

1.700

57,5

Überflutungsmoor

444

1,6

19.258

40,9

14.149

57,5

Durchströmungsmoor

182

0,2

57.986

53,7

49.904

46,2

Kesselmoor

213

19,8

766

71,4

94

8,8

Quellmoor

0

0

2.030

54,0

1.732

46,0

Hangmoor

0

0

657

94,3

39

5,7

Versumpfungsmoor

448

0,9

32.296

65,0

16.937

34,1

Verlandungsmoor

2.205

2,4

54.249

58,4

36.388

39,2

Gesamtfläche

3.568

1,6

168.460

40,9

120.962

57,5

Quelle: Landesamt für Umwelt und Natur M-V (1997a)

 

Auf den Abbau von Torf und die dafür genutzte Fläche wird in Kapitel 2.4.3 noch genauer eingegangen. Der Zusammenhang zwischen der Moorentwässerung bzw. der Wiedervernässung und der Freisetzung von klimarelevanten Spurengasen wird in Kapitel 4.2.4 dargestellt.

 

 

2.4.1.6 Flächen für Naturschutz

In Mecklenburg-Vorpommern sind 2,9 % der Landfläche (folglich ohne Hoheitsgewässer) Naturschutzgebiete und 2,1 % Nationalparke (Stand: 31. Dezember 2000). Sie werden zum überwiegenden Teil land-, forst- und fischereiwirtschaftlich genutzt. Dazu gehören der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft mit einer Gesamtfläche (einschließlich der Hoheitsgewässer) von 788 km2, der Müritz-Nationalpark mit 322 km2 und der Nationalpark Jasmund mit einer Gesamtfläche von 31 km2.

Neben diesen Schutzkategorien werden in den beiden Biosphärenreservaten (Südost-Rügen und Schaalsee) und in den sechs Naturparken (Rügen, Nossentiner/Schwinzer Heide, Feldberger Seenlandschaft, Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See, Mecklenburgisches Elbtal sowie Insel Usedom) die Möglichkeiten der Kombination von wirtschaftlicher Nutzung mit Naturschutzzielen und der Erholungsvorsorge demonstriert.

 

 

Die Waldfläche dient nach Landeswaldgesetz gleichrangig verschiedenen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen. Auf 53 % der Waldfläche sind nach der Waldfunktionenkartierung der Landesforstverwaltung (1996/97) eine oder mehrere der Schutz- oder Erholungsfunktionen des Waldes als besonders zu beachtende Vorrangfunktionen ausgewiesen.

Auf etwa 4.800 ha hat der Wald in Mecklenburg-Vorpommern besondere Bodenschutzfunktionen zu erfüllen; er dient dem Erosionsschutz auf Dünen und in steilen Hanglagen (Landtag Mecklenburg-Vorpommern 1997).

 

 

Anhang Kapitel 2.4.1

 

Tabelle 13: Siedlung- und Verkehrsfläche einzelner Kreise und Kreisregionen in Mecklenburg-Vorpommern 2000

 

Bodenfläche insgesamt

Gebäude- und Freifläche

Betriebs-

fläche

Verkehrs-fläche

Erholungs-fläche

Anteil SuV an Bodenfläche

ha

%

Kernstadt

18.097

3.955

183

1.364

976

35,80

       Rostock

18.097

3.955

183

1.364

976

35,80

Ländliche Kreise eines verstädterten Raumes und Ländlich verdichtete Kreisregionen

566.671

23.002

1699

15.383

2286

7,48

       Nordwestmecklenburg

207.515

7.052

837

4.807

543

6,38

       Schwerin

13.034

2.129

73

802

407

26,17

       Wismar

4.153

1.085

19

326

130

37,56

       Bad Doberan

136.192

6.758

201

3.597

583

8,18

       Güstrow

205.777

5.978

569

5.851

623

6,33

Ländliche Kreisregionen mit geringer Dichte

1.732.483

54.739

4224

44.508

5322

6,28

       Greifswald

5.018

1.208

3

332

103

32,80

       Neubrandenburg

8.566

1.520

124

499

243

27,85

       Stralsund

3.890

1.284

20

335

87

44,37

       Demmin

192.154

5.341

406

4.319

495

5,50

       Ludwigslust

251.682

7.232

646

8.289

578

6,65

       Mecklenburg-Strelitz

208.937

4.952

492

4.663

921

5,28

       Müritz

171.331

4.168

253

4.033

628

5,30

       Nordvorpommern

216.786

7.535

457

4.807

526

6,15

       Ostvorpommern

190.996

6.786

646

4.990

431

6,73

       Parchim

223.284

5.996

636

6.007

713

5,98

       Rügen

97.417

4.321

366

2.571

286

7,74

       Uecker-Randow

162.422

4.396

175

3.663

311

5,26

Mecklenburg-Vorpommern

2.317.250

81.691

6.105

61.517

8.585

6,81

Quelle: Statistisches Landesamt M-V (2000)

 

Tabelle 14: Flächennutzung einzelner Kreise in Mecklenburg-Vorpommern 2000

 

Boden-fläche insgesamt

Gebäude- und Freifläche

Betriebsfläche

Verkehrs-fläche

Erho-lungs-fläche

Landwirt-schafts-fläche

Wald-fläche

Wasser-fläche

Flächen anderer Nutzung

Siedlungs- und Verkehrs-fläche*

zusam-men

darunter

darunter

zusam-men

darunter

zusam-men

darunter

darunter

 

Wohnen

Gewerbe, Industrie

Abbau-land

Friedhof

Unland

ha

 

Kreisfreie Städte

 

 

Greifswald

5.018

1.208

377

505

3

0

332

103

2.516

472

144

242

29

106

1.674

 

Neubrandenburg

8.566

1.520

404

527

124

78

499

243

2.345

839

2.351

646

30

371

2.337

 

Rostock

18.097

3.955

805

1.572

183

4

1.364

976

4.319

4.942

1.547

811

84

297

6.557

 

Schwerin

13.034

2.129

593

756

73

16

802

407

2.962

2.645

3.753

263

59

192

3.454

 

Stralsund

3.890

1.284

226

672

20

4

335

87

1.608

88

145

323

51

135

1.773

 

Wismar

4.153

1.085

313

601

19

0

326

130

1.766

54

228

544

24

275

1.584

 

Landkreise

 

 

Bad Doberan

136.192

6.758

1.428

2.775

201

98

3.597

583

99.516

20.361

1.869

3.307

65

1.817

11.107

 

Demmin

192.154

5.341

1.296

1.371

406

361

4.319

495

144.931

26.344

7.617

2.701

98

1.420

10.297

 

Güstrow

205.777

5.978

1.539

1.487

569

462

5.851

623

145.243

34.921

10.332

2.261

102

663

12.661

 

Ludwigslust

251.682

7.232

2.613

1.464

646

322

8.289

578

152.260

74.242

6.385

2.049

142

429

16.565

 

Mecklenburg-Strelitz

208.937

4.952

1.420

1.252

492

333

4.663

921

115.179

63.034

15.513

4.182

103

1.793

10.798

 

Müritz

171.331

4.168

617

1.526

253

206

4.033

628

89.477

44.101

25.295

3.377

77

1.221

8.952

 

Nordvorpommern

216.786

7.535

1.829

2.085

457

338

4.807

526

149.506

41.835

6.493

5.627

85

2.224

13.071

 

Nordwest-mecklenburg

207.515

7.052

2.369

1.677

837

611

5.068

543

154.432

26.299

8.356

4.927

82

1.961

12.971

 

Ostvorpommern

190.996

6.786

1.634

2.243

646

387

4.990

431

132.940

32.639

7.192

5.373

100

3.041

12.565

 

Parchim

223.284

5.996

2.298

702

636

537

6.007

713

141.264

54.594

11.655

2.420

115

292

12.929

 

Rügen

97.417

4.321

716

2.257

366

325

2.571

286

67.426

15.165

1.985

5.299

59

2.261

7.277

 

Uecker-Randow

162.422

4.396

1.400

1.409

175

116

3.663

311

82.890

51.607

16.765

2.616

94

1.841

8.523

 

Mecklenburg-Vorpommern

2.317.250

81.691

21.876

24.881

6.105

4.198

61.517

8.585

1.490.579

494.181

127.625

49.967

1.397

20.340

155.097

 

* Gebäude- und Freifläche, Betriebsfläche (ohne Abbauland), Verkehrsfläche, Erholungsfläche sowie Friedhöfe.

Quelle: Statistisches Landesamt M-V (2001b)

 

 



[1] Auswirkungen der Entwässerung auf Böden (Blume 1992):

   Verbesserung des Lufthaushaltes, Vergrößerung des Wurzelraumes, Umwandlung eines Kohärentgefüges in ein Polyedergefüge, Absinken des pH-Wertes, Verschiebung im Artenbestand der Bodenorganismen, biologische Aktivität steigt è erhöhter Nahrungsbedarf è Abbau von Bodenhumus, Geländesetzungen durch Sackung und Humusschwund, verstärkte Mineralisation von Nährstoffen è pflanzenverfügbarer Gehalt an Stickstoff steigt stark an è evtl. Nährstoffaustrag, Moorböden werden zu Moorgleyen oder Anmoorgleyen und Anmoorgleye entwickeln sich zu normalen Gleyen, Grundwasserneubildungsrate verringert sich, verstärkte Erwärmung des Bodens.

[2] Auswirkungen der Beregnung auf Böden (Blume 1992):

   Mindestens 30 % des Bewässerungswassers können nicht von den Pflanzen aufgenommen werden, bei grundwasserfernen Böden wird die Tiefenversickerung gefördert è evtl. Nährstoffverlagerung, bei grundwassernahen Böden wird die kapillare Aufstiegsrate herabgesetzt, Gefügeschäden an der Bodenoberfläche, Verschlämmung der obersten Bodenschicht behindert den Gasaustausch, Änderungen im Bodenprofil (bei intensiver Verrieselung von Abwasser), Begünstigung feuchteliebender Bodenorganismen, in der Regel steigt die biologische Aktivität è verstärkter Humusabbau.

[3] Die Stadt Neubrandenburg wird zum Kreis Mecklenburg-Strelitz zugerechnet, die Stadt Greifswald zum Kreis Ostvorpommern und die Stadt Stralsund zum Kreis Nordvorpommern.