2.3      Verbreitung der Böden

2.3.1    Verbreitung der Oberflächensedimente

Durch die Eiszeiten geprägte glazigene Oberflächensedimente nehmen etwa 80 % der Landesfläche ein. Wir unterscheiden dabei die Sedimente im Altmoränengebiet mit ca. 10 % der Landesfläche und Jungmoränengebiete mit ca. 70 % der Landesfläche. Die Böden der Becken und Talsande nehmen etwa 7 % ein. Holozäne Ablagerungen wie Auesande/-tone (0,2 %), Dünen und Flugsande (ca. 2 %), Seesande (ca. 1 %) und Moore (ca. 12 %) bedecken ca. 13 % der Landesoberfläche.

In Mecklenburg-Vorpommern liegen auf ca. 30 % der Landesfläche Sande und auf ca. 60 % Lehme und Tone, z.T. auch mit sandigen Decken, an der Oberfläche.

 

Die Verbreitung der Böden in Mecklenburg wird anhand der Bodenkarte 1:500.000 (als Verkleinerung Karte 2) unter Einbeziehung der Geologischen Karte 1:500.000 (als Verkleinerung Karte 1) und unter Berücksichtigung von Elementen zur Landschaftsgliederung erläutert. Die Nummer der Kartiereinheit wird jeweils im Text genannt.

 

Karte 2: Übersichtskarte Böden


2.3.2    Böden auf vorherrschend sandigen Sedimenten

Böden der Marinen Sande (1)

Marine holozäne Sande sind auf dem Darß und Hiddensee abgelagert worden. Sie bestehen überwiegend aus Feinsand. Die hohen Grundwasserstände, die zeitweise bis über Flur ansteigen können, führten zur Entwicklung von Gleyen.

Im Bereich der Küstendünen des Darß ist ein Bodenmosaik mit engräumigem Wechsel von Dünen mit verschiedenen Podsolvarietäten und Gleyen ausgebildet.

 

Böden der Dünen- und Flugsande (2)

Dünen und Flugsande sind in Südwestmecklenburg auf den Talsand- und Sanderflächen großflächig verbreitet. Sie sind nährstoffarm und in der Regel bewaldet. Weitere Verbreitungsgebiete sind die Küstensäume (Darß) und Beckensande wie die Rostocker-, Ueckermünder Heide und das Gebiet um Mirow.

Auf den jüngeren Dünen sind Syroseme, Regosole und Podsole entwickelt. Auf älteren im Spätglazial abgelagerten Dünen können auch Braunerden entwickelt sein.

 

Böden der Tal- und Beckensande (3-6)

Talsandniederungen erstrecken sich als weite Ebenen in Südwestmecklenburg. Sie wurden in der vorletzten Eiszeit (Saale) durch das abfließende Schmelzwasser angelegt und in der letzten Eiszeit (Weichsel) mit Talsanden verfüllt. Beckensande findet man z.B. in der Ueckermünder Heide, Rostocker Heide und in der Palinger Heide.

Auf den grundwasserbestimmten Tal- und Beckensanden (4) sind Gleye, deren Spektrum vom Normgley bis zum Anmoorgley reicht, entwickelt. Sie gehen in den Randbereichen in Gley-Podsole, Podsol-Gleye und Gley-Braunerden über (5). In den tiefer gelegenen Niederungen sind auch Niedermoore ausgebildet (6).

Meliorationsmaßnahmen haben zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels geführt, was das Landschaftsbild der Talsandniederungen deutlich verändert hat. Die an die natürlichen Verhältnisse angepasste Nutzung als Grünland mit Weidewirtschaft wurde nach der Entwässerung durch Ackerbau verdrängt.

Auf trockenen Beckensanden (3) dominieren Podsole (Teile der Rostocker Heide und Randbereiche in der Ueckermünder Heide).

 

Böden der Sander (9, 7)

Die Sanderablagerungen unmittelbar an der Endmoräne (Abbildung 3) sind relativ mischkörnig. Sie haben häufig grobsandige bis kiesige und lehmsandige Zwischenbänder und sind reich an verwitterbaren Silikaten.

Erst in größerer Entfernung von den Endmoränen werden die Sedimente gleichkörniger (Grob-Mittelsande) und silikatärmer.

Die typischen Böden der Sander sind Braunerden (9). Sie unterscheiden sich durch die Mächtigkeit der Bv-Horizonte, den Grad der Verbraunung und in den pH-Werten. Begleiter im endmoränennahen Bereich sind Bänderparabraunerden. Mit wachsender Entfernung von der Endmoräne steigt die Neigung zur Podsolierung.

Die in Bearbeitung befindliche Bodenkarte 1:200.000 (BÜK200) trennt unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse die Böden der trockenen Sander in 2 Bodeneinheiten.

Grundwasserführende Sander mit Gleyen unterschiedlicher Ausbildung (7) sind kleinflächig in Senken des Sanders anzutreffen. Großflächig treten sie in Südwestmecklenburg bei fließendem Übergang zu den Talsanden auf.

Großflächig erstrecken sich Sander südlich vor der Pommerschen Hauptrandlage als breites Band von Neustrelitz bis in den Raum Neukloster und Schwerin und vor der Frankfurter Randlage im Raum Parchim bis Crivitz.

 

Böden der Sande in der Grundmoräne (10)

Auf den tiefgründigen Sanden, die kleinflächig den Geschiebelehm/-mergel durchragen, aber auch großflächig auftreten (Demmin, Usedom), überwiegen die Braunerden. Besonders in der Nähe zur lehmigen Grundmoräne sind sie mit Bänderparabraunerden vergesellschaftet.

 

 

2.3.3    Die Böden der Grundmoränen auf sandigen, lehmigen und schluffigen Sedimenten in den Grundmoränen (11-23)

Mit dem Vordringen des Gletschereises wurden an dessen Basis verschiedene Gesteine aufgenommen und vermengt. Dabei entstand ein ungeschichtetes, relativ dicht gelagertes, carbonathaltiges Lockergestein, das als Grundmoräne bezeichnet wird. Je nach dem aufgenommenen Material haben die Grundmoränen unterschiedliche Ton-, Sand- und Carbonatgehalte.

Es gibt ebene, flachwellige und kuppige Grundmoränen, die sich stark vereinfachend in Bereiche mit geschlossener Geschiebelehm/-mergelverbreitung und Gebiete mit hohen sandigen Anteilen unterteilen lassen. Sande wie Geschiebedecksand und Schmelzwassersand (Hochflächensand) mit unterschiedlicher Mächtigkeit, überlagern dann z.T. die Geschiebelehme/-mergel.

 

In den vorwiegend welligen und kuppigen Grundmoränen Nordwestmecklenburgs sind stauvernässte Böden dominierend (23, 22). Als Ursachen für die Pseudovergleyung sind die relativ dicht gelagerten und z.T. tonreichen Geschiebemergel (bis 25 %), hohe Niederschläge (630-650 mm/Jahr) und oberflächennahes Grundwasser in Senken und Niederungen, zu nennen (Schmidt 1995).

Als typisch für Nordwestmecklenburg kann man die folgende idealisierte Bodenabfolge (Catena) ansehen.

Auf den Kuppen sind abhängig von ihrer Form und Neigung Parabraunerden und Pararendzinen entwickelt. An den Oberhängen kommen Pseudogley-Pararendzinen bzw. Pararendzinen vor, die besonders auf flachen Mittelhängen in Pseudogleye und Parabraunerde-Pseudogleye übergehen.

Die Profile am Oberhang sind häufig gekappt (Sw, Al-Sw fehlen und Sd, Bt-Sd sind verkürzt). Im anschließenden Übergangsbereich zum Mittelhang kommen als Ergebnis besonders intensiver Abtragung (Wassererosion) häufig staunasse Pararendzinen vor.

Auf Unterhängen und in Senken sind in der Regel Kolluvisole und Gleye zu finden. Stellenweise sind die Kolluvisole in den Senken von Niedermoortorfen und Mudden unterlagert.

Auf den Grundmoränen in Nordwestmecklenburg sind große Flächen melioriert, was auf den Pseudogleyen, die ursprünglich Grünlandstandorte sind, erst eine Ackernutzung möglich macht.

 

Auf der Insel Poel in der Wismarbucht hat eine für Mecklenburg-Vorpommern besondere Bodenentwicklung stattgefunden (17). Es handelt sich dabei um sehr fruchtbare Böden, Parabraunerden (schwarzerdeähnlich) mit 35-50 cm mächtigen humosen Ah-Horizonten. In Muldenlagen kann die Mächtigkeit der humosen Horizonte 120 cm erreichen. Die Entstehung dieser Böden auf relativ karbonatreichem Geschiebemergel ist möglicherweise auf Feuchthumusakkumulation im Laufe der Bodenentwicklung zurückzuführen und deren Erhaltung auf die Bedingungen eines Lokalklimas mit relativer Trockenheit (542 mm Jahresniederschlag Kirchdorf/Poel). Eine ähnliche Bodenentwicklung erfolgte auf der Insel Fehmarn in Schleswig-Holstein. Eine Diplomarbeit an der Universität Greifswald beschäftigt sich derzeit mit der besonderen Bodenwicklung auf Poel.

 

Die Grundmoränen des mittelmecklenburgischen Hügellandes erstrecken sich zwischen der Endmoräne des Pommerschen Stadiums (W2), dem Mecklenburger Vorstoß (W3) und dem Mecklenburg-Pommerschen-Grenztal.

Die Bodengesellschaften der Einheit 15 sind in diesen Grundmoränen dominierend. Sie sind vor allem durch Parabraunerden und Übergänge zwischen Parabraunerden und Pseudogleyen geprägt und weisen in der Regel stärkere Vernässung und hydromorphe Begleitbodenformen in den Senken auf. An den Unterhängen nimmt positionsbedingt infolge von Zuschusswasser durch Oberflächenabfluss die Vernässung zu.

Pseudogleye und Gleye auf z.T. mächtigem Kolluvium sind die typischen Böden der Senken. Je nach Geländegestalt sind auch Bodencatenen mit Parabraunerde-Pseudogley-Dominanz (22, 23) bei geringerer Hangneigung sowie mit Parabraunerde-Dominanz (12, 13, 14, 15) bei höheren Hangneigungen ausgebildet.

Fahlerde-Parabraunerde-Bodengesellschaften sind für wellige Grundmoränenbereiche mit guter natürlicher Dränage bzw. entwickelter Vorflut charakteristisch. Sie treten vorrangig im Warnow-Recknitz-Gebiet südlich Rostock und an der Tollense auf.

Die oberen Profilteile werden durch lehmsandige Decken geprägt, während der Unterboden mit dem Bt-Horizont die Körnungsart sandiger Lehm bis Lehm aufweist. Pseudogleye treten nur untergeordnet in Unterhangposition bzw. Hohlformen auf. Bei stärkerer Reliefierung ist ein Teil der Böden erodiert, aber der insgesamt anhydromorphe Charakter der Bodengesellschaft bleibt erhalten (12, 13, 14).

Pseudogley-Bodengesellschaften (23, 22) sind im oberen Peenegebiet (großflächig Raum Stavenhagen) entwickelt. Pseudogleye und Parabraunerde-Pseudogleye sind vorherrschend, Gleye und Niedermoore sind vergesellschaftet.

 

Das Landschaftsbild Pommerns wird wesentlich von den Grundmoränenplatten geprägt. Diese Lehmplatten wurden zu großen Teilen vom letzten jungweichselzeitlichen Gletschervorstoß, dem Mecklenburger Stadium, abgelagert. Der typische Boden dieser Grundmoränenplatte ist der Parabraunerde-Pseudogley (23). Auf den flachen Kuppen sind kleinflächig Pseudogley-Parabraunerden und in den flachen Senken Gleye bzw. Pseudogley-Gleye entwickelt (21). Charakteristisch für diese Grundmoräne ist die Geschlossenheit des stau- bzw. grundvernässten Geschiebelehm/-mergel über größere Gebiete.

Lehmsandige bis schluffsandige Decksande sind vorrangig südlich Jarmen zwischen Peene und Tollense ausgebildet. Hier dominieren Parabraunerde-Fahlerden (13, 14).

 

Die Grundmoränen Rügens sind sehr kalkreich Auf den flachen Grundmoränenplatten überwiegen die Pseudogleye (22, 23). Auf der Halbinsel Wittow sind unter Grundwassereinfluss Gley-Pseudogleye ausgebildet. Für die kuppigen Bereiche sind Parabraunerden auf den Kuppen und Pseudogley-Parabraunerden bis Pseudogleye an Mittel- bis Unterhängen ausgebildet (15). Die Oberböden sind vielfach gekappt und die Senken mit Kolluvisolen ausgefüllt.

Eine Besonderheit in Mecklenburg-Vorpommern sind die Rendzinen auf den gestauchten kreidezeitlichen Ablagerungen (19a) Rügens (Stubbenkammer).

 

Südlich des Sanders der Pommerschen Hauptrandlage liegt die Grundmoräne der älteren Frankfurter Eisrandlage (W1F). Sie ist ein Teil des südmecklenburgisch-nordbrandenburgischen Moränen- und Sandergebietes und gehört zur Mecklenburgischen Seenplatte.

Typisch für diese Grundmoräne sind Fahlerde-Parabraunerde-Bodengesellschaften, die häufig Sand-Braunerden und Bänderparabraunerden als Begleitböden aufweisen (11, 12, 13). An den zahlreichen Seen und Niederungen in dieser Grundmoräne sind Gleye und Niedermoore verbreitet. Für die Schmelzwassersande in dieser Grundmoräne sind Podsol-Braunerden typisch (10).

 

Die saalezeitlichen Grundmoränen im Südwesten Mecklenburgs sind deutlich periglaziär beeinflusst. Das äußert sich in flächenhafte Verbreitung von Geschiebedecksanden, großer Steinigkeit und Steinsohlen im Unterboden. Auch die Nährstoffarmut der Sande ist eine Folge des Periglaziärs. Sie lässt sich durch Ausspülung des Feinmaterials erklären.

Die typischen Böden auf den Sanden bzw. mächtigen Decksanden der Grundmoräne sind tiefgründige Braunerden mit Übergängen zu den Podsolen (10).

Die Decksande überlagern größtenteils auch die lehmige oft staunasse Grundmoräne (11). Die typischen Böden sind Fahlerden, Pseudogley-Parabraunerden und begleitend auch Braunerden über Pseudogleyen.

Stehen die Lehme oberflächlich an, zeigen sie Pseudovergleyung mit den Bodentypen Pseudogley-Parabraunerde bis Pseudogley (22).

 

 

2.3.4    Böden der Endmoränen (18, 19, 20)

Für die kuppigen bis hügeligen morphologisch auffälligen, Geländeformen der Endmoränen und Stauchkomplexe sind kleinflächig wechselnde Bodenarten und eine hohe Steinigkeit charakteristisch.

Man findet, bedingt durch die Vielfalt an Ausgangsgesteinen, den Reliefunterschieden und den wechselnden Wasserverhältnissen eine Vielzahl von Bodentypen und -formen.

Die Böden der Endmoränen wurden abhängig von den vorherrschenden Bodenarten und den Wasserverhältnissen in 3 Einheiten unterteilt, eine sand- bis kiesbestimmte (18), eine trockene lehmbestimmte (19) und eine staunasse lehmbestimmte (20).

In den vorwiegend lehmig ausgebildeten Endmoränen und Stauchkomplexen kommen Parabraunerden verschiedener Ausprägung aus lehmigen Sanden, sandigen Lehmen bis tonigen Lehmen vor. Sie werden von Braunerden, Pararendzinen und Kolluvisolen begleitet. An den Unterhängen und in den Senken können Gleye, Pseudogleye und kleine Niedermoore entwickelt sein.

Nehmen die Pseudogleye mit ihren Übergängen zur Pseudogley-Parabraunerde größere Flächen ein, so werden sie der Einheit 20 zugeordnet.

In den sandig bis kiesigen Bildungen (18) sind Braunerden in verschiedenen Varietäten vorherrschend. Sie werden von Bänderparabraunerden, Regosolen und Kolluvisolen begleitet.

Die Endmoränen und Stauchkomplexe nehmen ca. 10 % der Landesfläche ein, wobei 5 % sandig bis kiesig ausgebildet sind. Die Einheiten (18, 19, 20) mit den Bodengesellschaften der Endmoränen und Stauchmoränenkomplexe sind an die der Eisrandlagen gebunden (siehe Karte 1).

Besonders deutlich wird das im Umfeld der Pommerschen Hauptrandlage (W2), die das Land von Nordwesten (Dassow) nach Südostosten (Neustrelitz) durchzieht.

 

 

2.3.5    Böden der Auen (25)

Die Bodengesellschaften der im Holozän abgelagerten Auenböden (25) machen etwa 0,5 % der Landesfläche aus. Sie konzentrieren sich auf 3 Flächen in der Elbaue. In Elbnähe bei Boizenburg und Rüterberg sind Sande mit Gleyentwicklung ausgebildet. Die weiteren Aueflächen östlich Boizenburg, am Rand der Elbaue im Bereich des Unterlaufes der Sude und bei Dömitz, sind durch grundwasser- und stauwasserbeeinflusste Auelehm- bis Auetondecken mit den Bodentypen Gley, Staugley und Kombinationen beider Bodentypen wie Gley-Pseudogley bei tiefem Grundwasser und Pseudogley-Gley bei geringmächtiger Decke und hohem Grundwasser in den unterlagernden Sandern, geprägt.

In den Senken sind Niedermoore entwickelt. Mit der landwirtschaftlichen Nutzung der Elbaue gingen intensive Eingriffe in den natürlichen Zustand einher. Die Grundwasserstände wurden abgesenkt und Altarme verfüllt, damit Ackerbau möglich wurde.

Die Lehme und Tone der Auen haben ein hohes Speichervermögen für Nähr- und Schadstoffe.

 

 

2.3.6    Moore (26, 27)

Mecklenburg-Vorpommern verfügt unter allen Bundesländern über den höchsten relativen Flächenanteil an Moorstandorten (zwischen ca. 11 und 12 % der Wirtschaftsfläche). Die Gesamtmoorfläche beläuft sich auf 290.000 bis 300.000 ha. Darin enthalten ist ein Hochmooranteil von ca. 5.000 ha. Von den Moorstandorten befinden sich derzeit schätzungsweise knapp 70 % in der landwirtschaftlichen, maximal 15 % in der forstwirtschaftlichen Nutzfläche, der Rest umfasst Naturschutzgebiete, ehemalige Torfstiche, Seeuferstreifen, Vordeichflächen sowie sonstige Kleinmoore unterschiedlicher Nutzungsformen. Bis zu 5.000 ha Moore wurden überbaut. Der Umfang der durch Mineralisierung völlig aufgezehrten Flachmoore dürfte 16.000 ha übersteigen. (Ratzke, Dann und Thiede 1993).

 

Nach Succow (1988) werden die Niedermoore (26) abhängig von ihren hydrologischen Verhältnissen gegliedert.

Durchströmungsmoore mit mächtigen Niedermoortorfen über Mudden in Tälern und Niederungen sind kennzeichnend für Ostmecklenburg und Vorpommern. Die Niedermoore in den Tälern der Warnow, Recknitz, Peene und Tollense sind Durchströmungsmoore. Sie können Mächtigkeiten bis 30 m erreichen.

Versumpfungsmoore finden wir in flachen Niederungen, in denen sich durch Grundwasseranstieg flächenhafte Moore bilden konnten. Geringmächtige Torfe liegen dort über Sanden. Großflächig gibt es Versumpfungsmoore in Teilen der Lewitz und Friedländer Großen Wiese, also auf Tal- und Beckensanden.

Versumpfungsmoore sind auch typisch für das Altmoränengebiet. Wir finden sie hier in den Niederungen der Flüsse Boize, Schaale, Schilde, Sude und Elde.

In den Grund- und Endmoränen gehören in Senken und Mulden vielfach kleine Kesselmoore zum Bodenmosaik. Teilweise sind sie von Kolluvisolen überdeckt.

Im Küstenbereich kommen Küstenüberflutungsmoore wie z.B. das Peene-Haff-Moor vor. Sie unterliegen periodischen Überflutungen, was zu der für Küstenüberflutungsmoore typischen Versandung der Torfe führt.

An Talhängen von Flusstälern, wie Recknitz, Gr. Landgraben und Uecker, können an Grundwasseraustritten Quellmoore ausgebildet sein. Typisch für diese Moore sind Quellkalkeinlagerungen und Eisenocker.

 

Hochmoore (Regenmoore) (27) sind in Mecklenburg Vorpommern nur gering verbreitet. Nach Precker (1999) sind 43 Standorte mit einer Gesamtfläche von ca. 5.000 ha bekannt. In den größten von ihnen, dem Göldenitzer Moor (südöstlich Rostock) und dem Grambower Moor (westlich Schwerin), fand erheblicher Torfabbau statt. Weiterhin sind das Teufelsmoor bei Horst, das Grenztalmoor (östlich Bad Sülze), das Anklamer Stadtbruch und das Große Ribnitzer Moor als bekannte Schutzgebiete zu nennen.

 

Unter den auftretenden Torfarten der Niedermoore überwiegen die Seggen- und Schilftorfe. Untergeordnet sind Bruchwaldtorfe. In den Hochmooren herrschen Moostorfe vor. Bei den Mudden sind die organischen Mudden (Kalk- und Detritusmudden) am häufigsten, während mineralische Mudden (Sand-, Schluff- und Tonmudden) in der Regel nur geringmächtig auftreten.

Nahezu alle Moorböden in Mecklenburg-Vorpommern haben durch die Folgen bis zu 200-jähriger Kultivierung (tiefgründige Entwässerung, intensive landwirtschaftliche Nutzung) gravierende Veränderungen erfahren. Die Degradierung reicht von Vererdung bis zur Vermulmung und Schrumpfung der Moore. Damit verbunden sind Sackung und Verdichtung sowie Torfmineralisation (Freisetzung von CO2, Methan, Stickstoffverbindungen, Kapitel 4.2.4.1). Die Veränderungen der Moorböden vom Ried zum Mulm verlaufen in der Regel als irreversible Vorgänge ab und verursachen negative Bodeneigenschaften (zunehmende Staunässe, Einschränkungen der Befahrbarkeit und Erwärmung) (Ratzke und Dann 1996).

 

 

Tabelle 1: Analysenergebnisse typischer Bodenformen in Mecklenburg-Vorpommern