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Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie

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Steckbriefe der in M-V vorkommenden Lebensraumtypen des Anhangs I der FFH-Richtlinie

Windwatt an der Insel Koos - Lebensraumtyp 1140 (C. Herrmann)
Windwatt vor der Insel Koos -
Lebensraumtyp 1140 
(C. Herrmann)
Buchenwald im Hütter Wohld - Lebensraumtyp 9130 (H. Karl)
Buchenwald im Hütter Wohld -
Lebensraumtyp 9130
(H. Karl)

 

Die "Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" (FFH-Richtlinie) enthält in ihrem Anhang I eine Liste von "natürlichen Lebensräumen von gemeinschaftlichem Interesse" (sog. Lebensraumtypen, kurz: LRT), zu deren Erhaltung die Mitgliedsstaaten im Rahmen des Netzwerkes "Natura 2000" besondere Schutzgebiete ausweisen müssen. Die Auswahl der Lebensräume erfolgte nach folgenden Kriterien:

Lebensräume, die

i)     im Bereich ihres natürlichen Vorkommens vom Verschwinden bedroht sind oder

ii)    infolge ihres Rückgangs oder aufgrund ihres an sich schon begrenzten Vorkommens ein geringes natürliches Verbreitungsgebiet haben oder

iii)   typische Merkmale einer oder mehrerer der biogeografischen Regionen der EU  aufweisen.

Die FFH-Richtlinie unterscheidet neun terrestrische biografische Regionen (alpine, atlantische, boreale, kontinentale, makaronesische, mediterrane, pannonische Region sowie Schwarzmeer- und Steppenregion). Seit dem Jahr 2000 arbeiten die Mitgliedsstaaten verstärkt an der Ausweisung einer marinen Komponente des Schutzgebietssystems "Natura 2000". In diesem Kontext wurden zusätzlich fünf marine biogeografische Regionen festgelegt: Atlantik, Ostsee, Schwarzes Meer, Makaronesien und Mittelmeer.

Das terrestrische Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns liegt vollständig innerhalb der kontinentalen biogeografischen Region. Die inneren und äußeren Küstengewässer gehören zur marinen Region Ostsee.

Für die besonderen Schutzgebiete legen die Mitgliedstaaten die nötigen Erhaltungsmaßnahmen fest. Dazu werden z.T. eigene Entwicklungspläne (sog. FFH-Managementpläne) aufgestellt. Weiterhin sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu treffen, um in den Schutzgebieten die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume und der Habitate der Arten zu vermeiden. Daraus ergeben sich z.B. bei der Planung und Umsetzung von Plänen und Projekten besondere Verpflichtungen zur Prüfung bzw. Vermeidung möglicher Auswirkungen auf die Lebensräume und Arten, die in dem jeweiligen Gebiet geschützt werden sollen. Vor diesem Hintergrund besteht ein besonderes Interesse an zusammengefassten, allgemein zugänglichen Hintergrundinformationen zu den in Mecklenburg-Vorpommern vorkommenden Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie, welchem mit den hier veröffentlichten Steckbriefen Rechnung getragen wird.

Die Bewertung des Erhaltungszustands der Lebensraumtypen wird in den Steckbriefen nicht dargestellt. Diese Bewertung ist im Rahmen des "Berichts zum Erhaltungszustand der FFH-LRT in Mecklenburg-Vorpommern (2001-2006)" durch das LUNG M-V erfolgt.

Die Erarbeitung der Steckbriefe erfolgte im Auftrag des LUNG M-V durch externe Gutachter. Die Bewertungsschemata wurden von sechs Bund-Länder-Arbeitskreisen (Gewässer; Grünland; Moore & Heiden; Wälder; Felsen; Küsten und Meere) erarbeitet.

Diese Schemata wurden in die Steckbriefe übernommen. Soweit erforderlich, wurden Präzisierungen vorgenommen. So wurden z.B. die Listen der lebensraumtypischen Arten entsprechend ihrer Vorkommen in M-V angepasst.

Hinweis zur folgenden Tabelle:
Durch Anklicken der unterstrichenen Bezeichnung des Lebensraumtyps öffnet sich der Steckbrief als pdf-Datei. Für Lebensraumtypen ohne Unterstreichung wird der Steckbrief demnächst eingestellt.

EU - Code

Lebensraumtyp (LRT) nach Anhang I der FFH-Richtlinie

Marine FFH-Lebensräume

1110 Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser
1130 Ästuarien
1140 Vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt
1150 * Lagunen des Küstenraumes (Strandseen)
1160 Flache große Meeresarme und -buchten
1170 Riffe

FFH-Lebensräume der Küste

1210 Einjährige Spülsäume
1220 Mehrjährige Vegetation der Kiesstrände
1230 Atlantik-Felsküsten und Ostsee-Fels- und Steil-Küsten mit Vegetation
1310 Pioniervegetation mit Salicornia und anderen einjährigen Arten auf Schlamm und Sand (Quellerwatt)
1330 Atlantische Salzwiesen (Glauco-Puccinellietalia maritimae)
2110 Primärdünen
2120 Weißdünen mit Strandhafer (Ammophila arenaria)
2130 * Festliegende Küstendünen mit krautiger Vegetation (Graudünen)
2140 * Entkalkte Dünen mit Empetrum nigrum
2150 * Festliegende entkalkte Dünen der atlantischen Zone (Calluno-Ulicetea)
2160 Dünen mit Hippophae rhamnoides
2170 Dünen mit Salix repens ssp. dunensis (Salicion arenariae)
2190 Feuchte Dünentäler

FFH-Lebensräume der Stillgewässer

3110 Oligotrophe, sehr schwach mineralische Gewässer der Sandebenen (Littorelletalia uniflorae)
3130 Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder Isoeto-Nanojuncetea
3140 Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen
3150 Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions
3160 Dystrophe Seen und Teiche

FFH-Lebensräume der Fließgewässer

3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion
3270 Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri p. p. und des Bidention p. p.

FFH-Lebensräume des Offenlandes

1340 * Salzwiesen im Binnenland
2310 Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista (Dünen im Binnenland)
2330 Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis (Dünen im Binnenland)
4010 Feuchte Heiden des nordatlantischen Raumes mit Erica tetralix
4030 Trockene europäische Heiden
5130 Formationen von Juniperus communis auf Heiden oder Kalkrasen (Wacholderheiden)
6120 * Trockene, kalkreiche Sandrasen
6210 (*) Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) (*besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen)
6230 * Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden
6240 * Subpannonische Steppen-Trockenrasen
6410 Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae)
6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen Stufe bis alpinen Stufe
6440 Brenndolden-Auenwiesen (Cnidion dubii)
6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)

FFH-Lebensräume der Moore

7120 Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore
7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore
7150 Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion)
7210 * Kalkreiche Sümpfe mit Cladium mariscus und Arten des Caricion davallianae
7220 * Kalktuffquellen (Cratoneurion)
7230 Kalkreiche Niedermoore

FFH-Lebensräume der Wälder

2180 Bewaldete Dünen der atlantischen, kontinentalen und borealen Region
9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)
9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)
9150 Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion)
9160 Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald (Capinion betuli)
9180 * Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion)
9190 Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur
91D0 * Moorwälder
91E0 * Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)
91F0 * Hartholzauenwälder mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior oder Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris)
91G0 Pannonische Wälder mit Quercus petraea und Carpinus betulus
91T0 Mitteleuropäische Flechten-Kiefernwälder
91U0 Kiefernwälder der sarmatischen Steppe

* = prioritärer LRT nach Anhang I der FFH-RL


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