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Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie

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Pressemitteilung

10.01.2011, Nr. 02/12

Unterirdische Raumordnung braucht geologische Informationen - Landesamt veröffentlicht neue Karte zu geothermischen und speichergeologischen Nutzungsoptionen

In den tiefen Gesteinsschichten Mecklenburg-Vorpommerns verbergen sich unterhalb der für die Trinkwassergewinnung verfügbaren Grundwasserleiter zahlreiche Bodenschätze (Erdöl, Kohle und Salz) und vielfältig nutzbare Ressourcen (Erdwärme, Thermalwasser, Speicherreservoire für Erdgas, Druckluft oder Kohlendioxid). Ferner soll in Deutschland die Endlagerung der atomaren Abfälle im geologischen Untergrund erfolgen. Oftmals sind mehrere unterschiedliche Nutzungsoptionen von bestimmten Gesteinshorizonten, Strukturen oder Lagerstätten möglich, wobei sich allerdings die einzelnen Nutzungsoptionen gegenseitig behindern oder sogar ausschließen können.

Um die unterirdischen Potenziale zum gesellschaftlichen Vorteil des Landes zu erschließen und um Nutzungskonflikte zu vermeiden, ist im aktuellen Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU erstmals vorgesehen, im Zuge der Fortschreibung des Landesraumentwicklungsprogrammes eine unterirdische Raumordnung in Mecklenburg-Vorpommern durchzuführen. Wesentliche Grundlagen dafür sind die vielfältigen geologischen Daten, über die das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) verfügt. Diese zahlreichen Einzelinformationen müssen jedoch für die Beratung von Politik, Wirtschaft und Verbraucher nutzbar gemacht werden.

Ausschnitt aus der Geologischen Karte Nutzhorizonte im Mittleren Buntsandstein Im vergangenen Jahr wurde daher eine neue Übersichtskarte im Maßstab 1:500.000 erarbeitet, die wichtige Informationen über die Nutzhorizonte im Mittleren Buntsandstein enthält. Diese Thermalwasser führenden Sandsteinschichten sind besonders in der Küstenregion zwischen Rostock und Ueckermünde für eine energetische und balneologische Nutzung interessant. Günstige Bedingungen bieten die Standorte Stralsund und Karlshagen auf Usedom, wo nicht nur Geothermische Heizzentralen geplant, sondern bereits entsprechende Bohrungen abgeteuft und ausgebaut wurden.

Neue Projekte der Erdwärmenutzung sind für die Kaiserbäder Heringsdorf, Bansin und Ahlbeck in Diskussion. Thermalquellen aus dem Mittleren Buntsandstein wurden bisher in Binz und Sassnitz erschlossen.

Auf der neuen Karte sind die Verbreitung und Tiefenlage der Sandsteine sowie die Temperaturen der Schichtwässer dargestellt. Angaben zur Porosität und Permeabilität sowie zu den Nutzungs­möglichkeiten ergänzen die Kartendarstellungen. Nebenkarten geben Auskunft über die Mächtigkeit der Reservoire sowie der darüber liegenden Tonsteine, die bei speichergeologischen Projekten (z. B. Erdgasspeicher Triepkendorf) als Barrierehorizonte in Frage kommen.

Bereits 2009 hat der Geologische Dienst im LUNG eine entsprechende Karte für Nutzhorizonte des Rhät/Lias-Aquiferkomplexes in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht. Beide Karten können beim LUNG über archiv@lung.mv-regierung.de bestellt werden.


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