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1. Historie |
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2. Aufgaben |
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3. Personal |
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Die Bezeichnung "Beringungszentrale Hiddensee" leitet sich von der
kleinen Ostseeinsel Hiddensee ab, auf der bereits im Jahre 1936 die Vogelwarte
Hiddensee als ornithologisches Forschungsinstitut der Universität Greifswald
gegründet worden war. Ab 1964 fungierte diese einzige rein ornithologisch
ausgerichtete Forschungseinrichtung der DDR auch als nationale
Beringungszentrale, die eigene Vogelringe ausgab. Der Hiddensee-Ring ist durch
verschiedenste Projekte, auch auf der antarktischen Halbinsel, in der Mongolei
und auf hoher See in aller Welt bekannt. Nach 1990 hatte die BZ Hiddensee im
Zusammenhang mit der Umgestaltung der Hochschullandschaft in Ostdeutschland
zeitweilig um ihren Bestand zu kämpfen. Wegen des besonderen Interesses, das
die Bundesländer an einer kontinuierlichen Naturschutzforschung haben,
schlossen ihre Umweltminister 1994 ein Verwaltungsabkommen zur gemeinsamen
Finanzierung der BZ Hiddensee ab. Seither arbeitet sie im Auftrag dieser fünf
Bundesländer als eigenständige Einrichtung, also nicht mehr der Universität
Greifswald angehörend, am Landesamt für Umwelt und Natur des Landes Mecklenburg-Vorpommern,
Abt. Naturschutz.
Literatur: KÖPPEN, U. (1997): Drei Jahrzehnte
Beringungszentrale Hiddensee (1964-1994) - ein Rückblick. Vogelwarte 39: 34-47.![]()
Die Beringungszentrale (BZ) Hiddensee ist eine der drei Zentralen für die
wissenschaftliche Vogelberingung in der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist
verantwortlich für die Organisation bzw. Koordination der Vogelberingung im
östlichen Teil Deutschlands, also in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern,
Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Die Zentrale ist im Auftrag
dieser Länder tätig und wird von ihnen gemeinsam finanziert. Deutsche
Partnerinstitute sind das Institut für Vogelforschung -Vogelwarte Helgoland- in
Wilhelmshaven und die Vogelwarte Radolfzell am Max-Planck-Institut für
Verhaltensphysiologie.![]()
Die Erstzulassung als Beringer setzt eine erfolgreiche Teilnahme an einem Beringungskurs
voraus, der von der BZ jährlich auf der Insel Greifswalder Oie durchgeführt wird.
Diese fünftägigen Kurse dienen nicht so sehr der Vermittlung von Grundwissen
und -fertigkeiten, sondern der gezielten Ergänzung, Festigung und Überprüfung.
Die erfolgreiche Teilnahme wird mit einem Zeugnis bescheinigt. In den
ostdeutschen Bundesländern ist dieses Zeugnis Voraussetzung für die Erteilung
einer Beringungserlaubnis durch die jeweiligen Naturschutzbehörden ist. Zu den
Beringerkursen werden bevorzugt Personen eingeladen, die bereits Erfahrungen
als Beringungshelfer besitzen und mit der Beringungsmethode eigene
Forschungsvorhaben umsetzen oder an jenen anderer mitarbeiten wollen.![]()
Beschäftigt sind an der BZ, seit 15.2.2010, drei unbefristet angestellte Vollzeitkräfte und eine Teilzeitkraft (50%). Sie erfüllen eine breite Palette von Aufgaben, die von der Erarbeitung langfristiger Untersuchungsprogramme über die Beschaffung der Vogelringe und die Organisation von Beringerkonferenzen bis zu wissenschaftlichen Forschungsarbeiten reicht.![]()
Im Arbeitsgebiet der BZ Hiddensee sind etwa 300 ehrenamtliche Vogelberinger
mit Genehmigung der Naturschutzbehörden an unterschiedlichen wissenschaftlichen
Programmen beteiligt. Sie fangen und beringen in ihrer Freizeit alljährlich
etwa 100.000 Vögel von über 200 Arten. Die Beringungsinformationen wie auch
jene, die bei etwa 15.000 Wiederfunden der Ringvögel pro Jahr anfallen, werden
mittels eines hochmodernen Computersystems geprüft, archiviert und ausgewertet.
Das Datenarchiv der BZ umfaßt derzeit etwa 3,5 Mio. Beringungs- und 200.000
Wiederfunddatensätze.![]()
Alle Ringe tragen die Inschrift: "Hiddensee
Germania" oder "Vogelwarte
Hiddensee Germania" sowie eine Schriftkombination aus zwei
Buchstaben und bis zu sechs Zahlen. Der erste Buchstabe der Ringprägung
entspricht, mit Ausnahme der Weißstorch-Spezialringe, der Serienbezeichnung.
Die Verwendung von Vogelringen anderer Beringungszentralen sowie der bis
1991 ausgegebenen alten Hiddensee-Ringe ist in den Bundesländern
Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen
nicht erlaubt!![]()