Die Realisierung einer kontinuierlichen und erfolgreichen Klimaschutzpolitik erfordert Erfolgskontrollen, um ggf. Maßnahmen und Entscheidungen anpassen zu können. Ein Erfolgskriterium ist die in einem bestimmten Zeitraum erzielte Minderung der Treibhausgasemission. Um sie zu ermitteln, sind periodisch Bilanzen z.B. für CO2 zu erstellen.
Für Mecklenburg-Vorpommern liegen einheitliche CO2-Bilanzen für die Jahre von 1997 bis 2005 vor. Aufgrund deutschlandweiter methodischer Verbesserungen war es notwendig, einige dieser Bilanzen rückwirkend neu zu berechnen, so daß Abweichungen zu früheren Emissionsangaben bestehen.
Abb. 1: CO2-Emissionen in Mecklenburg-Vorpommern von 1997 bis 2005
Wie Abb. 1 zeigt, bilden die aus dem Energieverbrauch resultierenden CO2-Emissionen den Hauptanteil der CO2-Emissionen des Landes (Sektoren Energieerzeugung und Energieumwandlung, Industrie, Verkehr sowie Kleinverbraucher). Ihre Entwicklung wird insbesondere durch die folgenden Einflüsse bestimmt:
- Der PEV zeigt sowohl effektiv als auch temperaturbereinigt eine steigende Tendenz. Im Trend der letzten Jahre nahm er jährlich um ca. 950 TJ zu.
- Der Anteil fossiler Energieträger am PEV ist von 93,5 Prozent im Jahr 1997 stetig zurückgegangen und betrug 2005 89,6 Prozent. Der Verbrauch dieser Energieträger setzte sich aus einem annähernd gleichbleibenden Steinkohleanteil, einem inzwischen marginalen Braunkohleanteil, einem leicht sinkenden Anteil der Mineralöle sowie einem leicht steigenden – und in der Größenordnung inzwischen dem der Mineralöle vergleichbaren – Erdgasanteil zusammen.
- Der Beitrag regenerativer Energiequellen zum PEV ist von knapp 1,5 Prozent im Jahr 1997 auf knapp 10 Prozent im Jahr 2005 angestiegen. Er setzt sich wie folgt zusammen: Biomasse ca. 44 Prozent, Windenergie ca. 34 Prozent, Klärgas und andere Biogase ca. 20 Prozent, Weitere ca. 2 Prozent (Wasserkraft, Solarenergie, Erdwärme).
- Der jeweils noch an 100 Prozent fehlende Anteil am PEV wird durch den Stromimportsaldo gebildet.
- Die CO2-Emissionen aus der Abfallwirtschaft sind in ihrem Umfang deutlich geringer. Sie resultieren aus dem Abbau deponierter organischer Abfallanteile (unberücksichtigt sind dabei die ebenfalls klimarelevanten CH4-Emissionen aus den Deponien). Aufgrund des stetigen Rückgangs deponierter Abfallmengen und des fortschreitenden Abbaus der bereits eingelagerten Abfallmengen werden diese CO2-Emissionen in den nächsten Jahren weiter zurückgehen.
- In der Landnutzung und Forstwirtschaft wird CO2 durch den Holzzuwachs im Waldbestand festgelegt, d.h. der Atmosphäre entzogen (daher sind diese Mengen in Abb. 1 mit einem Minuszeichen versehen). Die nachhaltige Forstwirtschaft trägt langfristig zum Klimaschutz bei, da der jährliche Holzeinschlag geringer ist als der Zuwachs und zudem zusätzliche Flächen aufgeforstet werden.
Abb. 2 zeigt die Entwicklung der CO2-Emissionen in Form von spezifischen Kennziffern (um den Einfluß wärmerer bzw. kälterer Jahre auf die Höhe der Emissionen zu beseitigen, wurden die Angaben temperaturbereinigt).
Abb. 2: CO2-Emissionen (temperaturbereinigt) in M-V von 1997 bis 2005
Da die Veränderung der energiebedingten CO2-Emissionen von Jahr zu Jahr vergleichsweise gering sind, wird die Entwicklung der Kennziffern auch durch die Veränderung der Bezugsbasis beeinflusst, d.h. durch die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP), durch den Rückgang der Einwohnerzahl (EW) sowie durch die Entwicklung der Haushaltszahl (HH).
Würde man auf die Nutzung regenerativer Energiequellen – und hier insbesondere auf die Windenergie- und Biomassenutzung – verzichten, müßten die entsprechenden Strom- und Wärme- sowie Kraftstoffmengen importiert bzw. unter Nutzung fossiler Energieträger bereitgestellt werden. In diesem Fall wären z.B. 2005 CO2-Emissionen in Höhe von 1,1 Mio t zusätzlich entstanden. Dies sind immerhin mehr als 10 Prozent der tatsächlichen energiebedingten CO2-Emissionen dieses Jahres.
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